Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686978
66 
III. 
Alterthum 
Das 
des mittleren Asiens. 
der Formen deutlicher vergegenwärtigend, als derselbe bei den übrigen 
Resten ersichtlich ist. Der grosse Pallast besteht aus einem ansehnlichen 
Gomplex von Gebäuden und Höfen, getragen von einem grossen Terrassen- 
plateail, zu welchem der untere Theil des Berghanges ausgearbeitet ist. 
Aber die Anlage ist hier eigenthümlich reich und mannigfaltig, indem 
verschiedene Terrassen sich übereinander erheben und gestreckte Treppen- 
aufgävnge, auf die Schau berechnet, dem feierlichsten Ceremoniell und der 
Vorzeiehnung desselben in bildnerischer Darstellung die wirksamste Grund- 
lage gewähren. Von der Architektur selbst sind hier nur die aus dem 
festen marmorartigen Gestein des Berges gebildeten Einzeltheile erhalten, 
während die Wände selbst (wie die Bedachungen) überall fehlen. Die 
Wände hatten, wie sich z. B. aus den Portalen ergiebt, eine beträcht- 
liche Dicke und bestanden ohne Zweifel aus jenem altherkömmlichen Ma- 
teriale ungebrannter Ziegel, die hier, am Berghange, den Regeniiuten 
zweier Jahrtausende gewichen sind. Die Einzeltheile des Baues sind Por- 
talpfeiler, Säulen, Thüren, Fenster und fensterartige Wandnischen; in 
ihnen ist aus dem festen Gestein gearbeitet, was früher in den Thoren 
Babylons, zur Seite der Ziegelmauern aus Erz hergestellt war:  ein 
Verfahren das andre erläuternd, der Vergleich beider zur Charakteristik 
einer gemeinsamen Oultursphäre beitragend. 
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Von den Resten 
des Pnllnstes von Persepolis. 
Die Grabfacarlen bestehen aus Reliefportiken,  Säulen, die ein Ge- 
bälk und über diesem ein Gerüst tragen, auf welchem der König als Ver- 
ehrer des heiligen Feuers erscheint. Unter den Lokalitäten des grossen 
Pallastes in Persepolis zeichnet sich ein mächtiger Säulensaal (von dessen 
etwaiger Umfassung übrigens ein zuverlässiges Zeugniss nicht vorhanden 
ist) mit dazu gehörigen grossen Seitenportiken aus. Von seinen Säulen 
steht noch eine Anzahl aufrecht; sie sind es, die dem Pallaste den Namen 
der nvierzig Säulen" gegeben haben. Andre Räume desselben Pallastes 
hatten ebenfalls Säulenstellungen im Inneren; hieven wie von den Säulen 
des Pallastes von Istakhr, sind nur einzelne Beispiele vorhanden. Die 
Säulen haben einen übereinstimmenden Charakter. Mit Ausnahme der 
Säulen der Grabfagaden sind sie äusserst schlank und mit schmalen Kanel- 
luren versehen; dieS schlanke Verhältniss scheint auf Vorbilder des
        

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