Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686881
Assyrien. 
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stellung unter den bildnerischen Dekorationen der Räume (zu Kujund- 
schik) lässt schliessen, dass der Obertheil der Wände gelegentlich mit 
einer Fenstergallerie versehen war. 
Von charakteristischer architektonischer Detailform ist, soweit bis jetzt 
die Entdeckungen reichen, nur ein Stück anzuführen; die Bekrönung der 
Brüstimgsmauer einer Terrasse zu Khorsabad, in Haustein und in der 
Form eines weich geschwungenen Hohlleistens,  in ihrer Erscheinung, 
wie vereinzelt immerhin, doch völlig bezeichnend für asiatische Gefühls- 
weise. Die Eingänge der Gebäude haben keine architektonische, sondern 
ausschliesslich nur eine bildnerische Ausstattung. Bildnerische Darstellung 
ist überhaupt in reichster Fülle angewandt, indem die Alabasterplatten, 
welche die Wände bekleiden, durchaus mit Reliefbildern bedeckt sind; die 
letzteren springen aus der Fläche hervor, zumeist zwar nur in mässiger 
Weise, und zeigen überall nichts von Unterordnung unter ein architek- 
tonisches Gesetz (dem sich doch z. B. die ägyptischen Sculpturen im All- 
gemeinen fügen). Im Gegentheil beherrscht die bildnerische Kunst hier 
mit Entschiedenheit die architektonische; diese bietet jener, im höheren 
ästhetischen Sinne, nur die feste ungegliederte Masse dar, an welcher sie 
zur Erscheinung kommen soll, und der terrassirte Unterbau dient gewisser- 
maassen nur dazu, jene Fülle von Bilderurkunden über den Boden des 
werkeltäglichen Lebens emporzuheben.  Die Reliefs waren farbig be- 
malt; der bekrönende Abschluss der Wände über ihnen besteht, statt 
architektonischer Gesimse, aus gemalten Ornamentzügen. 
Doch ist aus einzelnen Gegenständen jener Reliefdarstellungen zu 
ersehen, dass es nicht unter allen Umständen an architektonischer Einzel- 
gestaltung fehlte und dass sich hierin (wie in jenem krönenden Hohl- 
leisten) ein bestimmtes Formengefühl in charakteristischer Weise ausge- 
prägt hatte. S0 finden sich die Darstellungen kleiner Architekturen, 
welche mit Säulen und über diesen mit Volutenkapitälen  die griechisch- 
ionische Volut-e vorbildend  versehen sind. An der Dekoration von Ge-
        

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