Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686871
56 
Alterthum 
Das 
des mittleren Asiens. 
ältesten Denkmäler sind die des Hügels von Nimrud, des südlichsten 
der betreffenden Hügelreihe. Eine pyramidale Erhöhung auf der Nord- 
westecke dieses Hügels hat sich als Rest einer mit Steinen bekleideten 
Stufenpyramide, deren Basis 150 Fuss breit War, gezeigt, und es ist in 
ihr das sogenannte Grab des Sardanapal oder des Ninus, davon die grie- 
chischen Sagen berichten, erkannt worden. Neben der Pyramide sind, 
ausser kleineren Heiligthümern, die Reste eines grossen Pallastes, der 
frühsten unter den bis jetzt bekannten Anlagen von Ninive, aufgefunden. 
Ferner in demselben Hügel: die geringen Reste eines, schon im Alter- 
thum zerstörten Centralpallastes und die Reste eines grossen Südwest- 
pallastes, des jüngsten der ninivitischen Gebäude, zu dessen Ausstattung 
das dekorirende Material des Centralpallastes verwandt wurde und der 
seine gänzliche Vollendung nicht erreicht zu haben scheint.  Andre 
Hügel, in denen vorzüglich bemerkenswerthe Denkmäler aufgefunden 
wurden, sind der von Khorsabad, zumeist im Norden, und der von Ku- 
jundschik, in der Mitte der Hügelreihe. Die Pallast-reste in beiden 
gehören, wie der Südwestpallast von Nimrud, der jüngeren Epoche der 
assyrischen Kunst an. 
Die bauliche Anordnung dieser Denkmäler ist durchaus einfach und 
deutet (Wie das Gesetz der Stufenpyramide) auf einen sehr primitiven 
Standpunkt zurück. Die einzelne Anlage besteht aus einem Terrassen- 
plateau, auf dem sich ein Ooxnplex von Hallen und Zimmern, welche 
einen Hof oder mehrere Höfe umgeben, erhebt. Das System architek- 
tonischer Einzelgestaltung (z. B. das des Säulenbaues) erscheint dabei 
noch in keiner Weise maassgebend, wenn auch Säulen im Einzelnen zur 
Anwendung gekommen sein mögen; überhaupt finden sich nur wenige An- 
deutungen architektonischer Einzelbildung. Die Wände haben eine, zum 
Theil kolossale Dicke, die Räume sind (denen der mexicanischen Archi-- 
tekturen entsprechend) verhältnissmässig lang und schmal. Das Material 
der Mauern ist gedörrter Ziegel (das in der steinlosen babylonischen Ebene 
entschieden vorherrschende und ohne Zweifel von dort herüber genommene 
Material), mit einer Bekleidung von Alabasterplatten. Die Bedeckung der 
Räume bestand ohne Zweifel aus einem hölzernen Balkenwerk; eine Dar-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.