Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686862
Alt 
Babylovn. 
Babylon  Babel im Lande Sinear  wird durch den altbiblischen 
Bericht 1 von seinem ungeheuren Thurnibau, der die Eifersucht Jeh0va's 
erweckte, in die Geschichte eingeführt. Jüngere zuverlässige Berichte 
erzählen von einer höchst grossartigen Stufenpyramide, dem Heiligthum 
des Belus,  aus acht Absätzen bestehend, 600 F. an der Basis breit 
und ebenso hoch,  welche sich zu Babylon befand und deren Reste 
dort noch gegenwärtig erhalten sind. Diese, in ihrer damaligen Beschaf- 
fenheit, gehörte einer jüngeren Restauration an; es scheint aber, dass in 
ihrer Hauptform die ursprüngliche Anlage des alten Babelthnrmes beibe- 
halten war, und es zeigt sich hierin jedenfalls die urthümlichste monu- 
mentale Anlage auf der ersten Stufe künstlerischer Ausbildung und zu- 
gleich in einem so riesenhaften Maassverhältniss, wie von keinem andern 
Denkmale der Welt bekannt ist.  Noch anderweitig wird von künst- 
lerisch monumentaler Thätigkeit im alten babylonischen Reiche, aber eben- 
falls erst nach Anschauungen, welche der Epoche des jüngeren Reiches 
angehören, berichtet. 
Architektur. 
Ninive wird in den Berichten des Alterthums als eine Stadt von 
kolossalster Ausdehnung geschildert. Ihr Umfang-maass 12 Meilen. Mäch- 
tige Mauern und Thürme umgaben sie. Ihre Reste sind in dem Hügel- 
lande am obern Tigris, Mosul gegenüber, und in einer Ausdehnung, welche 
die Wahrheit des alten Berichtes bezeugt, zu Tage getreten. 2 Die ver- 
schiedenen Hiigelgruppen dieser Gegend scheinen die verschiedenen Theile, 
aus welchen die ungeheure Stadt bestand, oder vielmehr die vorzüglich- 
sten Palläste und Heiligthümer derselben zu bezeichnen. Die Gebäude 
sind in ihren oberen Theilen z stört, und in ihren unteren Theilen ver- 
schüttet und mit Sand und Erdä überweht worden; in jüngster Zeit hat 
man hier umfassende Aufgrabungen unternommen und reiche Schätze einer 
bis dahin verlorenen Oultur aufs Neue an das Licht befördert. 
Man unterscheidet in diesen Monumenten zwei, durch einen nicht 
sehr beträchtlichen Zeitraum voneinander getrennte Epochen der assyri- 
scheu Geschichte. Die älteren gehören der Zeit gegen und um den Schluss 
des zweiten Jahrtausends v. Ohr. an; die späteren sind um einige Jahr- 
hunderte jünger und gehen, wie es scheint, bis an das Ende der assyri- 
sehen Herrschaft hinab. Die vorzüglichst wichtigen und zunächst die 
1 M059, I, 111 1-9-  2 Botta et Flandin, Monument de Ninive. Layßrd, 
Nineveh and its remains; Derselbe: the monuments of Nineveh; Ders.: a popular 
account of discoveries of Nin. (deutsch von Meissner); Dcrs.: discoveries in tho 
ruins of Nineveh and Babylon; Dersu second series of the mon. of Nineveh.
        

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