Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686852
III. 
DAS 
ALTERTIIUÄI 
DES 
MITTLEREN 
ASIENS. 
Al 
ei 
Igeln 
Die Anfänge der mittelasiatischen Kunst 1 liegen wiederum im Dunkel 
der Urgeschichte. Es sind die Völker der Euphratlande, welche schon in 
frühster Zeit das Bedürfniss grossartig monumentaler Bethätigung bekun- 
den. Die alte Blüthe des Reiches von Babylon geht bis in das dritte 
Jahrtausend v. Ohr. zurück. Im zweiten Jahrtausend, besonders von den 
letzten Jahrhunderten desselben ab, erscheint Assyrien, mit seiner Haupt- 
stadt Ninive, als herrschender Staat. Seine Blüthe dauert bis gegen das 
Ende des siebenten Jahrhunderts v. Ohr. In dieser Epoche treten zwei 
andere Staaten, Medien und das neubabylonische Reich, in den Vorgrund 
der Geschichte. Beide erlagen im sechsten Jahrhunderte dem neu empor- 
strebenden Perserreiche, bis auch dieses, im vierten Jahrhundert, durch 
Alexander d. Gr. gestürzt ward.  Die Typen der Kunst wurden im 
mittleren Asien von einem der herrschenden Völker auf das andre über- 
getragen; sie bilden  soweit unser, durch freilich nur vereinzelte Zeug- 
nisse begründetes Urtheil reicht,  ein Ganzes von gemeinsamer Ent- 
wickelung, die jedoch nicht in ähnlichem Grade fest und abgeschlossen 
erscheint, wie die Entwickelung der ägyptischen Kunst. Dies musste 
schon von vornherein durch die freiere geographische Lage und den durch 
sie minder behinderten Völkerverkehr veranlasst sein und wurde natur- 
gemäss durch das Uebertragen der küngtlerischen Formen von einem 
Volke auf das andere noch entschiedener bedingt. Die ursprüngliche M0- 
numentalform dürfte ein sehr" primitives Gepräge gehabt haben und in 
solcher Weise längere Zeit maassgebend gewesen sein; weitere Entwicke- 
lungen mögen nicht in reiner Stetigkeit aus derselben hervorgegangen sein. 
Wenigstens tauchen neben sehr einfachen Grundelementen, scheinbar un- 
vermittelt, solche hervor, die eine lebhaft fortgeschrittene Bewegung be- 
zeugen. Im Ganzen stellt sich einer einfach mächtigen Grundstimmung ein 
glänzender Luxus zur Seite. Der Ausgang dieser Entwickelungen zeigt uns 
in den künstlerischen Formen ein Bild üppig reicher Pracht, der schon der 
Stempel der Nachblüthe, im Einzelnen der der Entartung aufgedrückt ist. 
1 Yaux, Nimveh and Persepolis; 
deutsch von Zenker.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.