Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686834
52 
Das 
alte Aegypten. 
Eingang mit einem kleinen Pylonenbau geschmückt zu sein pllegt.  Die 
an den Tempeln und den Vorkammern der Pyramiden enthaltenen Relief- 
sculpturen zeigen eine leidlich reine Nachbildung des ägyptischen Styles. 
Jünger sind die Ueberreste der vom Nil und Atbara umjiossenen so- 
genannten Insel Meroä. Die Stelle der Stadt Meroö (Begerauieh, 
Assur etc.) wird gleichfalls durch zahlreiche Pyramidengruppen bezeich- 
net, welche den ebengenannten entsprechen und insgemein durch eine 
nah unter der Spitze der Pyramide angeordnete Fensternische den ur- 
sprünglichen Gehalt der Form noch mehr beeinträchtigen.  Geringe Tempel- 
reste finden sich zu Ben Naga am Nil, südlich von Meroö (wiederum 
mit Typhoniiguren); ansehnlicherc in einer ausgedehnten Niederung mitten 
im Lande, zu Naga und zu Mesaurat e' Sofra (Wady Owatayb). 
Neben den ägyptisirenden Bauformen macht sich bei diesen zugleich die 
Aufnahme römischer und griechischer Elemente geltend, eine Stylmischung 
hervorbringend, die nicht ohne eigenthümlichen Reiz ist. So ist es bei 
Äs-   w, 
JA im)  "ß 
  44h 
 JL  
Basrelief von Naga. 
einenrPortikus zu Naga der Fall; so bei den Säulen des Haupttempels 
von Mesaurat, deren Reste eine anmuthige Umprägung der ägyptischen 
Form nach hellenischer Weise erkennen lassen. Auch ein Paar Tempel- 
reste nördlich von Napata, zu N elüa und Amära, gehören dem Kreise 
der meroitischen Denkmäler an.  Die Reliefsculpturen, mit denen diese 
Denkmäler geschmückt sind, haben ein seltsames Gepräge. Die Grundlage 
der Form und der Behandlung ist ägyptisch; aber die Gestalten sind 
schwer (die der zumeist vorkommenden herrschenden Königin unförmlich 
dick); die Linienführung hat kein sonderlich feines Naturgefühl mehr; die 
Gewandung ist in willkürlich schematischer Weise geführt und mit mancher- 
lei barocker Zuthat versehen. Ein mehrköpfiges, vierarmiges Götterbild, 
welches dabei vorkommt, scheint in dieser seiner Formation, welche in 
der ägyptischen Darstellungsweise kein Vorbild ündet, auf hindostanischcn 
Einfluss zu deuten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.