Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686786
Vom dreizehnten Jahrh. 
Chr. 
bis zu den Ptolemäerfl. 
47 
Vom 
dreizehnten 
Jahrhundert 
Chr. 
bis 
ZU 
den 
Ptolemäern. 
Architektonisches. 
Von der Zeit des dreizehnten Jahrhunderts v. Chr. ab fehlt es Aegypten 
auf geraume Zeit an künstlerisch monumentalen Urkunden. Im achten 
Jahrhundert v. Ohr. wurde das Land von äthiopischen Königen beherrscht, 
die einige künstlerische Spuren ihres Daseins hinterlassen haben. Im An- 
fange des siebenten Jahrhunderts standen zwölf ägyptische Fürsten sieg- 
reich gegen die Fremden auf und bildeten nach deren Vertreibung eine 
Zwölfherrschaft. Sie bauten ein gemeinsames Bundesheiligthum, das von 
den Alten als Weltwunder angestaunte Labyrinth, in der Landschaft 
des Fayum. Es war ein überaus umfassender Gebäudecomplex mit zwölf 
Höfen und, wie es scheint, einem Hauptgebäude in der Mitte; auch war 
dasselbe auf seinen Wänden reichlich mit Bildwerk ausgestattet. Eine 
ausgedehnte Trümmeranlage (über die künstlerische Behandlung bis jetzt 
keine Kunde gebend) ist neuerlich als Rest des Labyrinthesbezeichnetwordenß 
Einer der Zwölfherrscher, Psammetich, machte sich, 670 v. Chia, 
zum Alleinherrn Aegyptens und gründete die 26ste Dynastie, deren Resi- 
denz die Stadt Sais in Unterägypten wurde. Von den glänzenden bau- 
liehen Denkmälern, welche die Herrscher dieser Dynastie in Unterägypten, 
den historischen Berichten zufolge, ausführten, ist indess nichts erhalten; 
ebensowenig von denen, welche A masis nach dem Erlöschen der Dynastie 
(570) errichten liess. Doch finden sich zu Theben einige bauliche Ueber- 
reste aus dieser Epoche; sie lassen, in sehr bemerkenswerther Eigenthüm- 
lichkeit, ein Zurückgehen auf die besten und edelsten Muster der Früh- 
zeit (auf den in der Epoche der 18ten Dynastie herrschenden Baustyl) 
erkennen. Namentlich gehören hieher zwei nenerlichst aufgefundene kleine 
Tempel nördlich von Karnak; auch, wie es scheint, der zu Medamüt, 
in der thebanischen Ebene, befindliche Rest einer Säulenhalle, in seiner 
ursprünglichen Anlage. Ausserdem eine Anzahl thebanischer Felsengräber, 
im Innern zum Theil von beträchtlicher Ausdehnung, mit offenen Vor- 
höfen, zu denen grossc ziegelgewölbte Bogenthore führen. Das bedeu- 
tendste, auch an bildnerischer Ausstattung, ist die sogenannte "grosse 
Syrinx", das Grab eines Priesters Petamenap.  Einige Gräber dieser 
Epoche bei Memphis sind durch die Bedeckung mit Keilsteingewölben be- 
merkenswerth. 
Die Zeit der Perserherrschaft (seit 525 v. Chr.) ist fast ohne Denk- 
mäler. Dagegen finden sich deren aus der Epoche, während welcher 
Aegypten vorübergehend dies Joch abgeschüttelt hatte, vom Ende des 
fünften bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts. Insbesondere sind einige 
von Nectanebus (362-350) begonnene Anlagen auf der Insel Philae, 
oberhalb der ersten Nilkatarakte, zu nennen. Die Form des Säulenkapi- 
täls entspricht hier bereits, 0b auch noch in einfacher Weise, den später 
beliebten dekorativen Formen.  
1 Lepsius, Denkmäler, 
Baukunst, S. 53, Anm.) 
Abth. 
I1 
(Vergl. 
dazu 
Geschichte der 
meine
        

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