Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686765
Die achtzehnte und neunzehnte Dynastie u. 
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Inende Schranke gezogen ward. Die handwerkliche Ausdauer wusste die 
schwierigsten Steife zu überwinden; die Kolosse aus härtestem Granit 
sind in allen Theilen mit derselben Genauigkeit durchgebildet, wie die 
kleinste Figur der Hieroglypheninschrift an Obelisken und Sarkophagen. 
Ebenso ist an der maasslosen Fülle der Wandreliefs dieselbe sich gleich- 
bleibende Sorgfalt, an den mit einfachen Farben ausgeführten Wand- 
malereien dieselbe Präcision der Umrisslinie wahrzunehmen. Auch in 
dieser Gleichartigkeit des handwerklichen Betriebes ist die ägyptische 
Kunst eine Erscheinung fast ohne weiteres Beispiel. 
Innerhalb dieses gleichartigen Typus lässt die ägyptische Kunst jedoch 
"schon in dieser Periode ihrer eigentlichen Blüthe ähnliche und im Ein- 
zelnen noch schärfere Wandlungen erkennen, als in der Architektur zu 
bemerken sind. 
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W163 
[(2527 
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Reliefkbpfe aus der Epoche der achtzehnten Dynastie. 
Die reinste künstlerische Dilrchbildung gehört auch hier, wie bereits 
angedeutet, der früheren Zeit, der Epoche der 18ten Dynastie an. Die 
menschliche Gestalt zeichnet sich in den, dieser Epoche angehörigen Bild- 
werken (bei allerdings schon charakterloser und unkräftiger Behandlung 
der Beine,  im Gegensatz gegen die Energie, die sich hiebei in der 
ägyptischen Kunst des alten Reiches gezeigt hatte,) durch die feine und 
lebendige Behandlung des Körpers, durch die edle Bildung des Gesichtes 
aus. So in den Reliefs dieser Zeit, unter denen besonders die der Grab- 
grotten von Eileithyia (El Kab) in Betracht kommen; so namentlich in 
einzelnen schönen Bildnissstatuen, wie den meisterlich durchgebildeten 
Granitstatuen der ersten Tuthmosen im Museum von Turin und einigen 
weiblichen Statuen des Museums von Leyden. Nicht minder gediegen, 
noch streng im Einzelnen, aber zugleich voll energischen Lebens und 
künstlerischer Haltung sind die Löwen aus Granit aus der Zeit Amen- 
hotep's D1, welche das britische Museum zu London besitzt.
        

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