Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686732
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alte 
Das 
Aegypten. 
geordnete Ausnahmen abgerechnet, dulrchaus in diese monumentale Be- 
stimmung auf. Durch die letztere sind ihr die Gegenstände der Darstellung 
gegeben, sind deren Auffassung, Behandlung, Weise der Ausführung bedingt. 
Die Denkmäler sind Einzelzweckcn des Lebens gewidmet, und ihre 
bildnerische Ausstattung bezieht sich auf diese Einzelzweclze. Jenes trocken 
verständige Element macht sich hiebei von vornherein wiederum mit Ent- 
schiedenheit geltend. Wo die Darstellung religiösen Inhaltes ist, da dient 
sie nicht unmittelbar, nicht an sich der Feier der höchsten Wesen: sie 
bezieht sich auf die besonderen und durch dencinzelnen Fall bedingten 
Verhältnisse dessen, der das Denkmal gestiftet hat, oder dem dasselbe be- 
stimmt ist, zu diesen höchsten Wesen; sie vermittelt nur etwa in symbo- 
lischcr Fassung die, ebenso auf das besondere Verhältniss bezügliche Ge- 
genwart göttlicher Kräfte. Alles ist historisch und real gedacht; mythische 
Scenen stehen in unmittelbarem Wechselbezuge zu dem Schicksal des 
Königs; Scenen der Götterverehrung, religiöser Weihen u. drgL, sind 
überall durch historische Momente veranlasst. In reicher Fülle schliesst 
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Relief zu Karnak. 
Scene aus den Kriegen SetPs I. 
sich an, was das Leben an Thatenglanz, an Genuss und Besitz geboten 
hat. Eine Welt der Erscheinungen liegt vor dem Auge des ägyptischen 
Künstlers, und Alles wird in möglichst deutlicher Weise vorgetragen; von 
allem Aeusseren, was den Begebenheiten angehört, was die volksthüm- 
liehen und die persönlichen Besonderheiten anbetrifft, werden die bezeich- 
nenden Typen mit höchster Sorgfalt nachgebildet. Die ägyptische Kunst 
gewährt hiemit eine so erschöpfende Anschauung der gesammten äusseren 
Lebensverhältnisse des Volkes, wie dies bei keinem andern Volke und 
zu keiner andern Zeit stattgefunden hat.  Die eigentlichen Heiligthümer 
enthalten die als Weihedenkmale dienenden Kolossalstatuen der Könige 
und ihrer Angehörigen, in den Wandreliefs vorzugsweise die Thaten ihres 
der Gottheit (auch in der kriegerischen That) geweihten Lebens. In den 
Malereien der Königsgräber sind die Geschicke der Seele nach dem Tode,
        

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