Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691865
Periode. 
Vierate 
555 
wickelung zeigen die Sculpturen, die in reicher Fülle an der Facade der 
Kirche von St. Grilles (soweit diese überhaupt vollendet ist), befindlich 
sind. 1 Zum Theil, wie an den Statuen der Portalwandungen, erscheint 
zwar auch hier noch die archaistische Strenge, aber die traditionellen 
Motive sind mehrfach schon mit Verständniss aufgefasst und zu eigenthüm- 
licher Würde dmchgebildet. Andres, namentlich ein grosser Fries mit 
Passionsscenen, lässt ein frisches Lebensgefühl und eine, der Richtung 
der klassischen Kunst mit Glück nachstrebende Auffassung und Behand- 
lung erkennen. 
Im Südwesten erscheint eine Richtung von phantastischer Excentri- 
cität. Der erwachende Lebensdrang hat ein gewaltsam leidenschaftliches 
Gebahren zur Folge; die Bewegungen sind hastig, die Gestalten zumeist 
langgestreckt und verschroben; die Behandlung ist scharf und schneidend, 
liebt es aber, das Einzelne mit sorgfältiger Genauigkeit zu bezeichnen, 
was namentlich eine schematisch feinfaltige Gewandung zur F01 e hat. 
Solcher Art 2 sind die Reliefsculpturen in der Portalhalle der Kirähe von 
Moissac: eine grosse apokalyptische Darstellung in der Portallünette; 
symbolische Scenen an den Seitcnwandungen, namentlich Darstellungen 
von Höllenstrafen, die mit rafiinirter Kunst das G-räuelvolle zur Erschei- 
 nung bringen; Andres von abenteuerlich 
  
4,9,    r en un noc 
ßlh Hi ungeheuerlicher in der Form, die Sculptu- 
   ren, mit denen ein Portal der Kirche von 
 S o u i 1 l a c ausgestattet ist. 
 Es sind ferner, wie schon angedeutet, 
v ü hoffte, die Pracht-Fagaden im Poitou und den 
   Nachbargegenden durch einen aus d h  
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  teren äcllllälillfßlilSöllämäckhaliSäez8101112817. So- 
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  i j  i, aus den vorliegenden Abbildungen 5362m? 
Xi 1   l nehmen ist, scheint es, dass der dekorative 
i; (ggf,  I G-rundcharakter, aus welchem die Gesammt- 
ilf lätlfi.  l  ä „  l anordnung dieser Facaden hervorgegangen, 
f, f  auch die bildnerische Behandlung bestimmt. 
 fßgmmklgff  Die traditionellen Motive in Gestaltung und 
t  "am"  Gewandung scheinen maassgebend, aber mit 
Aßläüdßlilliäßhc der Fzrcudeuvon llotrc- ThythIIIlSChQHI SlIIIIB, übereinstimmend mit 
mäflleääädfuf; Äeoää::;de(_? "eh den feinen Linien des Ornaments, zu einer ein- 
heitlichen Gesammtwirkung durchgebildet zu 
sein. Wie weit darin selbständiges Leben und freie Würde erreicht ist, wie 
weit vielleicht auch hier eine pzhantastische Behandlung sich geltend macht, 
muss dahingestellt bleiben. Als glänzendste Werke sind die Sculpturen 
der Facade von Notre-Dame-la-Grande zu Poitiers und die der Ka- 
thedrale von An goul eme hervorzuheben, die letzteren einen grossen zusam- 
1 Voy. dans Panc. 
da, Languedoc, I, 2. 
France ; 
Languedoc, U, 
290 
bis ; 
293. 
Eben-
        

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