Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691821
Vierte Periode. 
551 
Von ausgezeichneter Bedeutung ist ein westphälisches Werk: die 
Ausstattung des Südportales des Domes von Münster und der vertreten- 
den Halle, mit grossen Statuen und dekorativen Arbeiten. 1 Die Statuen 
haben, bei noch strenger Haltung, eine grossartige Würde, antikisirend 
behandelte Gewänder, charakteristisch ausgebildete Köpfe; die dekorativen 
Theile sind von zierlich phantastischem Reiz. 
Im Rheinland sind wenig vereinzelte Beispiele anzufiihren. Zum 
Theil haben sie noch die völlig archaistische Strenge, wie das Relief im 
Bogenfelde des Nordportalcs am Dome zu Mainz und die Sculpturen, 
die sich an und in der Kirche zu Brauweiler iinden.  Einige ent- 
wickeln sich zu lebendiger bewegten Motiven; so das Relief im Bogen- 
felde des Südportales der Pfarrkirche zu Andernach (zwei Engel, die 
ein Rund mit dem Bilde des Lammes halten) und das sehr verwitterte 
Bogenfeld des Portales der Kirche zu Ober-Lahnstein, jetzt in der 
Kirchhofs-ltlauer eingelassen.  
 Merkwürdig ist eine Statue der Ma- 
 ria mit dem Christuskiude (und 
Jm  p der hinzugefügten modernen Figur 
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 d  das sich aus der herkömmlich typi- 
    gen e u sausdrucke 
n  löst.  In der Kirche zu. Lim- 
  burg an der Lahn befindet sich 
 l n .   
, G,  3  ein sculpturengeschmuckter Tauf- 
   stein und das Grabmonument des 
 i! "ö    früheren Gründers der Kirche, des 
   Grafen Conrad Cnrcipold, beide 
  gleichzeitig mit dem vorhandenen 
 "fit?" Gebäude (oben, s. 501) und im 
Streben nach bewegterer Durehbil- 
 dung der alterthümlichen Formen 
zu einer etwas barock phantasti- 
   schen Beieeeuee geneigt.  (Die 
gleichzeitigen Sculpturen an der 
Liebfrauenkirche zu Trier bekunden, dem baulichen Systeme dieses Monu- 
mentes entsprechend, den Beginn der gothischen Stylrichtung.) 
Sehr eigenthümlich behandelte Sculpturen beünden sich am Dome zu 
Bamberg. Zunächst eineReihe von Hautreliefbildern in schmuckreichen 
Arkadennischen an den Brüstungswänden des östlichen Chores: die Ver- 
kündigung Mariä und die zwölf Apostel einerseits, der Erzengel Michael 
über dem Drachen und die zwölf Propheten andrerseits. Auch hier ist 
noch die Grundlage der alterthümlichen Herbigkeit, aber mit Anstrengung 
ringt der Meister, seinen Gestalten Leben und wechselnde Bewegung zu 
Kunst in Westplmalen, 
132. 
Kuglef,
        

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