Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691805
Vierte Periode. 
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einen dieser Bilder die Halbfiguren von Abel und Cain mit ihren Opfer- 
gaben, Sinnbilder des menschlichen Verhaltens zu Gott. .I_n der Behand- 
lung dieser Reliefs zeigt sich das rüstige Streben, den individuellen kunst- 
lerischen Gedanken zur-Erscheinung zu bringen; überall ist ein kräftiger 
Sinn, der das Darstel- 
   ß lungsmittel mit Entschie- 
 ß ,      
x ; w. 1, Q,   deliilheit eikgregt, _in xlirlän- 
   i? ze eien z. . im r- 
5-  l [M]  hältniss der einzelnen 
    PFMÄ      Körpertheile) oft noch un- 
   M1",  Sll geschickt, aber eben so 
  Wg [(71 1:12"?   sehr (besondersinder Ge-_ 
7' '      wandung) auf die klare 
l   i s;  Durchbildung der Motive 
( i  ässzliaäztgzääie 13;: 
 K,   durchschreitend und hie- 
 1 jw  rin, ebenfalls im Einzel- 
Ir  i,  nen, schon das Staunens- 
 .1 l    X würdi e leistend. Jene 
XMU] lU 17' Halbfiäuren des Abel und 
u  [7 Cain sind vorzüglich ge- 
"r lungen, die erstere von 
Halbtigur des Abel, von der Kanzel zu Wecliselburg. hohem klassischem AdeL 
(Nach Fürsten)  Auf sie folgen die 
l turen der oldnen Pforte zu Freiberg, die ebenfalls ein zu- 
Sdjixluliienhängendäs, gedankenvoll gebundenes Ganzes, aber von noch un- 
gleich reicherer Entfaltung, ausmachen. Die Halbkreislünette des Portals 
enthält die Anbetung der Könige in Hautrelief, 1n einer Fassung, welche 
der dargestellten Seene wiederum einen tiefer sinnbildlichen Gehalt giebt. 
Maria mit dem Kinde, in der Mitte thronend, erscheint als erhabene Per- 
soniiication der Kirche Christi; ihr entgegen kmeen auf der einen Seite 
die heiligen drei Könige mit ihren Gaben, während auf der andern Seite 
ein Engel mit dem Stabe steht (statt des Sternes, welcher die Könige auf 
ihrer Bahn geleitet) und Joseph neben diesem sitzt, oberwärts aberHalb- 
iiguren von Engeln der heiligen Gnadenmutter Symbole der höchsten 
Macht darreichen. Die Gomposition dieses Werkes ist völlig durchdacht, 
das Ganze im reinsten GleichmaasselentwiclFlLEdie lFiguren in grliglimetr 
Würde und in liebevoller Ausgesta lumg a er inze m0 ive ausge u _r  
Unterwärts, zwischen den Säulen der Portalwandungen, schlieSSen SICh 
Statuen an, zumeist Personen aus den Büchern des alten Bundes darstel- 
lend, welche als Verkündiger und Vorläufer des Messias zu fassen sind; 
diese wiederum in völligem Ebenmaasse, in starkem körperlichem Ge- 
fühle, in sprechender Charakteristik zur Erscheinung gebrßßllt- III den 
Gliederungen der Bogenwölbung sind Reihenfolgen kleiner Gestalten ent- 
halten, Welche das zukünftige Heil vergegenwärtigen, PGYSOIIJÜCHÜIOIIEH 
der himmlischen Mächte, Heilige, auferstehende Selige. An den letzteren, 
welche den äusseren Ring bilden, ist die feine Behandlung des Nackten
        

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