Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691741
Vierte Periode. 
Ein bezeichnendes Werk dieser Periode ist der Dom von Trient, im in- 
nern Systeme und in Haupttheilen der äusseren Ausstattung zugleich eine 
lebhafte Wechselwirkung mit spätromanischen Gewölbebauten Deutsch- 
lands bekundend.  Der Dom und die Kirche S. Secondo zu Asti,. 
S. Maria del Castello zu Alessandria, S. Andrea zu Vercelli (12191 
gegründet) haben im Innern das Gepräge durchgebildet spitzbogigen Ge- 
wölbebailes, zum Theil schon im Uebergange zur Gothik, während na- 
mentlich die letztgenannte Kirche im Aeussern die romanischen Typen 
noch mit Entschiedenheit festhält.  Ein Kreuzgang zu Aosta, ein alter 
Thorbau am Palazzo della Ragione zu Mantua (oberwärts mit krönen- 
der Arkadengallerie) scheinen verwandter Zeit anzugehören. 
Ein Monument von eigenthümlicher Behandlung ist das Baptisteriumx 
von Parma, seit 1196 von Benedetto Antelami erbaut, innen mit- 
Wandnischen und Gallerieen, aussen mit prächtigen, reichgegliederten 
Portalen und einer Reihe von Galleriegeschossen (das oberste im spätern 
gothischen Charakter) über diesen. Es zeigt sich hier das Bestreben, 
17'  im     aus den Principien der loinbardi- 
    sehen Bauschule heraus eine An- 
    x  näherung an die Classicität der 
c- "    toskanischen zu bewerkstelligen.- 
ä    Die Fagade der Kirche von Borgo 
1    S. Donino in der Nähe von Parma 
i:   hat ähnliche Pracht iortale wie das 
l. iii   i Baptisterium. DaslInnere ist ein 
  f _ schlanker Gewölbebau auf geglie- 
f" a,  Ä derten Pfeilern, mit Triforieu über 
"(Y X ggf," den Arkaden und einer reich or- 
     namentirtenKryptaunterdemChor. 
  i"  An den Kirchen von Mailand 
  werden die Grundzüge des Roma- 
Grundriss des  von Pßrmß- nismus bis in das '14. Jahrhundert 
hinab festgehalten. Die Ausstat- 
tung der Fagarleil, der Thürme u.  w. Wiederholt das übliche System, 
zum Theil allerdings in mehr oder weniger gothisirender Behandlung des 
Einzelnen. S. Giovanni in Conca, S. Maria in Brera (1229), S. Eustorgio 
(der Thurm 1309 beendet), S. Marco, S. Gotardo (1336) entfalten an 
ihren alten Theilen die Beispiele der Art.  Der in Arkadengeschossen 
phantastisch aufgebaute Kuppelthurm des benachbarten Chiaravalle ist 
ein andres Beispiel spätestromanischer Ausführung.  Merkwürdiger" ist 
der Bau von S. Antonio zu Padua, 1237 gegründet, aber erst 1259 be- 
gonnen, 1307 im Hauptbau und 1424 in den übrigen Theilen vollendet. 
Der Plan folgt dem von S. Marco zu Venedig, mit ähnlichen Kuppelwöl- 
bungen, doch zugleich mit Seitenschifffen, welche von dem Mittelschiff 
durch schwere spitzbogige Pfeilerarkaden getrennt werden; das Aeussere 
ist streng roinanisch, ebenfalls mit spitzbogigen Theilen; nur der Chor 
hat leichtere gothisirende Behandlung.  Die Kirche der Certosa bei 
Pavia, zu Ende des 14. Jahrhunderts gegründet, im Innern ein Bau 
lombardisch gothischen Systems, hat im Aeussern ebenfalls noch völlig
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.