Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691731
542 
Kunst des romanischen 
Die 
Styles. 
sich das System dieser Schule, besonders am Fagadenbau, seit dem Be- 
ginne des 13. Jahrhunderts aufs Neue in glänzender Pracht, aber mit 
einer entschiedenen Vorliebe zu phantastischer Formenbildung: an S. Pie- 
tro Somaldi, am Aussenbau von S. Micchele, an den älteren Theilen des 
  ä  b.  7' Rolmes, dessen Facade 1204 iron Quidetto ausge- 
gäißirjy, n. 151-; Hi]! I!  rt wurde.  In Arez.zo 1st die Kire ie S. Ma- 
kllxllä; Vati gjw 4', ria della Pieve ein Beispiel derselben phantasti- 
T l"  i'll ' 7' sehen Richtung; ihre Fagade, in den oberen Thei- 
 len m0 splälendil- Lzäune belrarädleltl, hat anlgem 
 massioen nter au. as mscnitic eDatum.  
ee-fezbsiÄ In Florenz 1st der mit klassischer Feinheit 
 i?!  durchgebildete Bau von S. Miniato (vergl. oben, 
 S. 1'165) als ein Werk, welches in die Schluss- 
 ÜPi-i v; fiffii" perlode hinüherreicht, nochmals zu erwähnen. 
  Zwei Kirchen zu Toscanella reihen sich 
Qxfijif- an, S. Pietro und S. Maria, die letztere 1206- 
  j geweiht. Beides sind einfache Basiliken, in denen 
 äfjil Nil,  das ilorentiniseh-klassische Element mit Zügen 
 ; Wijjlil, ll  romanischer Behandlung, etwa im lombardischen 
 1? 71'    Charakter, verschmilzt. S. Pietro scheint im In- 
Kapmu aus S_ Nmüa in Tmm njern schwerer. zu seln, hat aber einen Fagaden- 
nellmltglgljshagzsäe und lau YOIIhVOTZUglIOh klarer Anordnung. S. lllaria 
g  iat eic te und feine Innenverhältnisse und an 
geä Faäaläle, blei minder vollendeter Compositiou, phantastisch reiche. 
c muc t eile. 
Eine ferner entlegene und jüngere Uebertragung des toskaixischen 
Systems, und zwar das der Bauschule von Pisa, zeigt der Dom von Zara, 
an der dalmatischen Küste, der 1285 geweiht und dessen Fagarle 1324 
vollendet wurde. Es ist eine ansehnliche Basilika, die Fagade ganz im 
Charakter pisanischer Praehtbauten.  Nach seinem Muster wurde die 
abermals jüngere, erst 1407 geweihte Kirche S. Crisogono, ebendaselbst, 
erbaut. Eine später verbaute spätromanische Basilika vom J. 1237 ist 
der Dom zu Arbe in Dalmatien; Weiter südlich hat Tran in seinem 
Dom einen aus derselben Zeit stammenden Gewölbebau mit einfachen 
kurzen Pfeilern, drei Absiden, bedeutender Vorhalle mit reichem Portal 
vom J. 1240, und wenigstens beabsichtigter doppelter Thurmanlage. In 
Ragusa bezeugt der Kreuzgang des 1317 gegründeten Franziskaner- 
klosters das späte Festhalten an romanischen Formenf 
Der Bau der früher besprochenen lombardischen Monumente 
reicht, in den jüngeren Theileil derselben, mehrfach in die gegenwärtige 
Periode herab. Der Dom von Piacenza (S. 468) scheint der letzteren 
in Wesentlichen Theilen Seiner baulichen Einrichtung anzugehören.  
 
1 Denkmäler der Kunst, 
Central-Commission zu Wien. 
Eitelberger 
im Jahrbuch 
der
        

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