Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691698
538 
Die 
des 
Kunst 
Styles. 
romanischen 
zierlich schlanken Säulenarkaden.  In Jütland wird der Dom zuRipen 
als ein den Monumenten des deutschen Niederrheins ähnlicher Bau be- 
zeichnet. 
panie 
Die spätromanische Architektur von Spanien entfaltet sich in reicher 
und glänzender Pracht. Das G-rundbedingniss der baulichen Anlage 
scheint zumeist noch immer dem der. südfranzösischen Systeme zu ent- 
sprechen, während allerdings auch der mehr nordische Kreuzgewölbebau 
sammt den davon abhängigen Elementen der Formenbildung Eingang 
findet. Die Gliederung, die dekorative Ausstattung zeigt zuweilen eine 
antikisirende Neigung, ähnlich wie ebenfalls im südlichen Frankreich und 
wie in Toscana, zuweilen einige Verwandtschaft mit lombardischer Be- 
handlung, vorzugsweise aber eine lebhafte Einwirkung der maurischen 
Architektur, deren Beispiele in den Districten Spaniens, welche die christ- 
lichen iVaHen den Arabern bereits abgezwungen hatten, und noch man- 
nigfaltiger in den maurischen Südprovinzen, mit denen in Krieg und Frieden 
vielfacher Verkehr stattfand, vorlagen. Eine unter solchen Verhältnissen 
sich ausbildende Mischung occidentalischcr und orientalischer Elemente, 
ein zumeist massenhafter fester Kernbau, dem sich eine üppig phanta- 
stische Dekoration anfüg-t, gibt diesen Monumenten oft einen sehr eigen- 
thümlichen Reiz. 
In den nordöstlichen Landen ist zunächst der Kathedrale von Tar- 
ragona (vergl. oben, S. 460) nochmals zu gedenken; ihrejüngercn Theile, 
die gegliederte Kreuzwölbung des In- 
Humnvbunmyl WIM, wmnmlnhnw neän, {liet SCiliJil primfitiy g-Othischc Fa- 
 ga e (eu en 11er au einen me 1r nor- 
Eis dischen Einfluss. Andre spätromani- 
iiilmmiitii sehe Bauten jener Gegend sind die Ka- 
Lzdiiigililimlt „ thedralen von L e r1d a und von S ol s o- 
       
 zu Gerona, S. Pedro zu Olite.  
  Besonders ausgezeichnet 1st eine An- 
_ I äijq,  zahl von Kreuzgängen mit leichten 
 l  Säulenarkaden: bei s. Pablo de] 
 Campo zu Barcelona (mit Zacken- 
  bögen), zu S. Oucufate del Valles 
  (unfern von dort), bei S. Benito 
L2,  in Bai ges, bei den Kathedralen von 
 i  Gerona, Tortosa, Tarragona. 
KapiifiitiZi-Stijätii"eliäiiiigdedfittiiiti3l"10 Der letztgenannte Kreuzetmg Zeigt 
1n seinen Kapitälformen einen antiki- 
sirend moresken Geschnlack.  Ein eigenthümlich zierliches Beispiel der 
Aufnahme maurischer Geschmacksrichtung ist das sogenannte arabische 
Bad zu Gerona; im Garten des dortigen Kapuziner-Nonnenklosters, viel- 
leicht eine Taufkapelle oder etwa eine heil. Grabkapelle. 
In den kastilischen Westlanden findet, wie es scheint, die llfannig-
        

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