Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686656
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Du's alte Aegypten. 
in ihrer Art von eharakteristischer Eigenthümlichkeit. Die eine Form; 
scheint aus dem einfachen viereckigen Pfeiler hervorgegangen, dessen 
Ecken abgeschrägt sind. So sind einige dieser Säulen (gleich den erwähn- 
ten zu Theben) achteckig, andre und zwar die Mehrzahl sechzehneckig 
mit leicht eingezogenen (kanellirten) Seitenfläehen. Die Säule hat dabei 
nach oben eine leichte Verjüngung und trägt eine Deckplatte; die Ge- 
sammterscheinung gleicht einem Vorbilde der griechisch-dorisehen Säule, 
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Grabpöriikus von Benihassan. 
in deren rein ästhetischer Ausbildung; sie ist daher auch als die „pr0t0- 
dorisehe" bezeichnet worden. Die andre Form ist dem Vorbilde der vege- 
tativen Natur nachgebildet, indem vier kolossale Pflanzenstengel mit ge-v 
schlossenen Lotoskelchen durch ein Band zusammengebunden werden und 
über ihren Kelehen die Deckplatte tragen. Diese letztere Säulenform hat ohne 
Zweifel eine speziell symbolische Bedeutung, unter dem die Decke stützen- 
den Lotos die aufstrebende Kraft der irdischen Welt versinnbildlichend. 
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Unter den Resten bildnerischcr Kunst, welche dieser Epoche ange- 
hören, bezeugt zunächst das Fragment einer aus schwarzem Granit ge- 
arbeiteten sitzenden Kolossalstatue Sesurteseifs I. ebensosehr die Kühnheit 
und Ausdauer in der vollendeten Bewältigung des herben Materials, wie 
einen höchst beachtenswerthen Grad charakteristisch künstlerischer Durch- 
bildung. Es beiindet sich im Berliner Museum und besteht, ausser dem 
entsprechenden Theile des Sessels, nur aus dem rechten Beine vom Knie 
abwärts (alles Uebrige der Figur ist überflüssige und verwirrende Restau- 
ration), lässt aber in der straff senkrechten Muskulatur eine Formenbehand- 
lung von mächtigstcr Energie, in der Bearbeitung des Steines die höchste 
Präcision erkennen. Die Kolossalstatue eines Königes der dreizehnten Dy- 
nastie, Sevekhotep IIL, im Louvre zu Paris, eine immerhin schätzens- 
werthe Arbeit, steht schon wesentlich unter den Vorzügen jenes Fragments.
        

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