Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691679
536 
des romanischen 
Die Kunst 
Styles. 
im J. 1180, der östliche Theil, unter Leitung eines Engländers, gleich- 
falls Wilhelm geheissen. Die Grundzüge des Systems sind in der That 
die der beginnenden Gothik, nach französischem Muster, und der Bau 
lgommt somit eben so sehr für die folgende wie für die gegenwärtige Periode 
in Betracht. Aber die dekorative Lust des englisch romanischen Styles 
mischt sich in zum Theil auffälliger Weise hinein, die Consequenz des- 
Systems beeinträchtigend; in' den jüngeren Stücken, wo der unmittelbare 
Einliuss des fremden Meisters aufgehört hatte, ist dies in vermehrtem 
Maasse der Fall. Das Aeussere ist überwiegend romanisch, zum Theil 
wiederum in den üblichen reichen Dekorationsformen. 
Andre Beispiele gothisirend romanischer Richtung sind die östlichen 
Chorarkaden der Kathedrale von Ohichester, die Kirche von illorville 
(Shropshire), und der Rundbau der Templerkirche zu London. Der 
letztere, im Innern mit sechs leichten Pfeilern, die aus je vier Säulen 
zusammengesetzt sind, ist ein durchgebildeter spitzbogig romanischer Bau, 
mit gediegener Ornamentik ächt romanischen Styles und mit einer quel- 
lenden Bewegung in der Formation der Einzelglieder, welche gleichzeitig" 
das gothische Element vordeutet. Eine im J. 1185 erfolgte Weihung des- 
Gebäudes scheint der Grundsteinlegung gegolten zu haben. Später schloss" 
sich der Bau eines dreischifßgeil Langschifes in verwandter Formenbe- 
handlung, aber in bestimmter Entwickelung des primitiv gothischen Sy- 
stems, an. Seine Einweihung erfolgte 1240. 
In Schottland sind anzuführen: die Kirche St. Rule zu St. An- 
drews, einfach, aber mit schlank aufsteigenden Verhältnissen und ur- 
sprünglich spitzbogiger Wölbung; die Abteikirche von Jedburgh, im 
System der Kathedrale von Oxford; und die von Kelso, mit den Elementen 
reicher Dekoration. 
In Irland: die Abteikirche von Gong; die Reste der von Jer- 
point; und ein achteckiger Baurest zu Mellifont, Baptisterium oder 
Kapitelhaus, mit stattlichen Arkaden-Oeffnungcn auf jeder Seite. 
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GV 
Norwegen hat in dem Querbau des Domes von Drontheim (vergl. 
oben, S. 459) ein charakteristisches Monument der romanischen Schluss- 
epoche. Seine Theile sind in der dekorativen Anordnung verschieden und" 
deuten somit auf verschiedene Bauzeit; die Behandlung entspricht völlig" 
dem englischen Style der Zeit. Dasselbe bei andern Einzelresten, z. B. 
den älteren Stücken unter den Ueberbleibseln des Klosters Hovedöen 
bei Christiania. " 
Der norwegische Holzbau erscheint Während dieser Epoche noch in 
voller Uebung. Eine Kirche Zll N esland in Ober-Thelemarken, "neuer- 
lich abgebrochen, war 1242 geweiht; sie hatte die alte Disposition, aber
        

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