Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691639
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Die Kunst des romanischen Styles. 
Wölbesystem mit einem Wechsel von gegliederten Pfeilern und Säulen, 
Emporen, Wandgallerieen und Rippengewölben, während in den Aussen- 
formen der Rundbogen zumeist noch vorherrseht. Ihrer ganzen Fassung 
und Behandlung nach steht sie, mehr als ein andrer Bau, im Uebergange 
vom romanischen zum gothischen System, und zwar der Art, dass bei 
den natürlichen Fortschritten des Baues von Ost nach West, von den 
niederen zu den höheren Theilen das Element der romanischen Schluss- 
periode mehr und mehr sich in das der gothischen Frühperiode umwan- 
delt. Die Quersehilfflügel sind durch die halbrunde Absidenform bemer- 
kenswerth.  Die Fagade ist schon ein vorwiegend gothischer Bau.  
Einige gleichzeitige Monumente, westwärts von Noyon und näher gegen 
die Grenze der Normandie belegen, haben eine verwandte baugeschicht- 
liche Stellung, doch in einer oder der andern Weise mit lebhafteren An- 
Grundriss der Kathedrale von N1 
(Naq 
"Violett-le-Duc. 
klangen an den spätromanischen Styl der Normandie: die Kirche von 
Bury, die Abteikirche von St. Germer und der Schiffbau von St. Etienne. 
zur Beauvais, der letztere im Aeussern mit reich ornamentistischen Thei- 
len in romanischem Spätcharakter.  Die Kirche Notre-Dame zuPoissy 
erscheint in ihren älteren Theilen als ein rundbogiger Gewölbebau von 
zierlich feiner Durchbildung. 
Im Uebrigen ist auch an dieser Stelle, des gleichzeitigen und fort- 
schreitend vermehrten Baues derjenigen Kirchen der nordöstlichen Lande 
zu gedenken, an dem das gothische System sich in seinen Grundzügen 
entwickelt, die dabei aber im Detail noch mancherlei Romanismen, na- 
mentlich romanisch dekorative Elemente von zum Theil ausgezeichneter 
Schönheit, bewahren. Besonders sind es die frühgothischen Monumente 
der Champagne, die sich langsamer aus der romanischen Fassung los- 
lösen. Das Nähere hierüber im folgenden Abschnitt. 
Endlich sind einige Prachtportale anzuführen, die in eigenthümlicher 
Behandlung, mit reicher dekorativer und iigürlich plastischer Ausstattung,
        

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