Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691599
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romanischen Styles. 
Kunst des 
Die 
Kuppeln, zeigen im Fortschritt des Baues eine lebhaft charakteristische 
Zuwendung zu den gothischen Stylformen. 
Zumeist eigenthümlieh und charakteristisch ist der schon angedeutete 
phantastische Zug in der Behandlung der dekorativen Theile, das Ueber- 
gewieht, welches diese häufig einnehmen, ihre Gestaltung zu selbständi- 
gen Schmuckwerken. Die Ausbildung dieses Elements gehört vorzugs- 
weise den Monumenten des Poitou, den von dort ausgegangenen Meistern 
an.  Ein kleines Werk der Art ist durch seine inschriftliche Bezeich- 
nung von einiger Bedeutung, eine spitzbogige Grabnische in St. Etienne 
zu Perigueux, das Monument eines 1169 verstorbenen, aus dem Poitou 
gebürtigen Bischofes, von einem gleichfalls poitevinisehen Meister, Gon- 
stantin von Jarnac, gefertigt. Die zierlich flüssige Behandlung des Orna- 
mentistischen lässt es glaublich erscheinen, dass zwischen dem Tode des 
Bischofs .und der Aufrichtung des Monuments eine längere Zeit hinge- 
gangen war.  Vornehmlich sind es die Faeaden kirchlicher Gebäude, 
an deren selbständiger, durch die Gesammtdisposition des Gebäudes zu- 
meist wenig bedingter Aufführung sich diese 
rggäf" "T11; ,   dekorative Kunst bethätigt, mit Prach or- 
  talen, Wandarkaden und mit einer grbgse- 
5.31..   ren oder geringeren Fülle bildnerischer Dar- 
i: Stellungen, in mannigfach wechselnder An- 
 ordnung, zuweilen in einer Behandlung so 
 üppigen Reichthums, dass die architekto- 
 nische Form fast allen eigenthiimlich ästhe- 
   tischeuZweck verliert und  wie an den 
  Werken der Goldschmiedekunst und wohl 
 551i in Wechselwirkung mit solcher Technik  
    N  Bill l nur da zu sein scheint, um den phantastisch 
"S   Yilyi; i ornamentalen Bildungen zur Grundlage zu 
lt  v,   , dieneuund mit ihnen die Einrahmung der 
Q, .11 jtli; "  figürlichen Sculptilren auszumachen. Die 
 1   Faeade, mit welcher die Kirche Notre-Dame- 
    la-Grand zu Poitiers' versehen ward, ist 
 "IX-n"   das glanzvollste und zugleich seltsamste 
Agläälsgp-iäche der lüieade von Notre- Muster der Art. Andre an Ste.Radeg0nde, 
 ebendaselbst; an den Kirchen von Ruffec, 
Civray, Lusignan, Airvault, der Alt- 
stadt von Parthenay, u.- s. w. Ebenso die Fagade der Kathedrale von 
Angouleme, deren Dekorationen sich über der weiten Fläche, sie in 
eine übersichtliche Reihe verschiedenartiger Bildfelder theilend, hinbreiten. 
Als ein Paar bemerkenswerthe Oentralbauten der romanischen Schluss- 
periode sind ferner die Kirche von St. Michel-d'Entraigues, achteekig 
mit acht Absiden, und die schlicht achteckige Grabkapelle von Mont- 
morillon anzuführem-Auch ist desKreuzganges von Moissac noch- 
mals zu gedenken, dessen ursprüngliche Anlage (oben, S. 443 u. f.) der Zeit 
ivon 1100 angehört, der aber das bestimmte Gepräge jüngerer Erneuung 
Denkmäler der Kunst,
        

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