Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686630
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Aegypten. 
alte 
Das 
dem täglichen Leben entnommen, das Lebensverhältniss und die Lebens- 
stellung der Bestatteten bezeichnend. Die Gestalten der letzteren sind in 
grösserer Dimension gegeben, während sich ihnen in kleinerer Dimension 
und in Reihen geordnet Darstellungen des Besitzes und des Verkehrs, der 
Viehzucht, Schifffahrt, Fischerei, Jagd, Darbringung von Gaben und Opfern, 
Scenen des Lebensgenusses u. dergl. anschliessen. Inschriften, in völlig 
entwickelter Bilderschrift (Hieroglyphen), dienen zur näherenlBeäeghäung. 
Die Darstellun en selbst sind als eine bildlich monumenta e c l'1 zu 
fassen: deutliclti bestimmte Vergegenwärtigung der angegebenen Beziehun- 
gen ist ihr Zweck. Sie erfüllen denselben in einer entschieden Verstandes- 
mässigen Weise, in naiver Auffassung den äusseren Erscheinungen des 
Lebens zugewandt, die Darlegung tieferer geistiger Beziehungen ausschlies- 
send. Sie sind nüchtern; abei-"sie bleiben dadurch der Klippe des Phan- 
tastischen fern, die sonst auf allen untergeordneten Kunststufen, WO es 
sich um einen tieferen In- 
ß halt handelt, allzu leicht 
   eintritt; und sie gelangen 
 durch diese Nüchternheit 
  ß  4 zu einer schon glücklichen 
l   l A Beobachtung der Gesetze 
7' y des körperlichen Lebens. 
 Am Günstigsten erscheint 
   die letztere, folgerecht, 
ä X  in der Darstellung der 
 I ß, Thiere. In der mensch- 
lix liehen Gestalt und in ih- 
x, xxx A "lx  rem Gebahren sind we- 
'll  wj. l nigstens die Grlmdzüge 
z] N  der körperlichen Erschei- 
 nung mit lebendigerEner- 
l  giewiedergegeben. Eigen- 
l thümlich ist hiebei ein kur- 
e'  
Von den REllQfS:El11ES der Gräber zu Gisch.   
Glieder, namentlich die Plattfüsse, erscheinen in grosser IEIIIGIIIISlOII, dzu- 
weilen auch mit Andeutung einer derben Muskulatur. Vie eic t ist ies 
durch jenes Streben nachbgenauer Verdeutlichung veranlasst; aus dem- 
selben Grunde scheint es hervorgegangen, dass Köpfe und Beine stets im 
Profil, die Brust stets von vorn gesehen werden, was ein eigen conven- 
tionelles Gefüge des Körpers, der ägyptischen Bildnerei. für alle Folge 
auch bei der Einführung leichterer Körperverhältnisse bleibend, zur Folge 
hat. Die technische Behandlung ist sem einfach; die Oberliäche der Dar- 
stellungen entspricht, mit selten angedeuteter geringer Modellirimg, der 
schlichten Wandfläche, während der Grund zwischen ihnen nur um ein 
Geringes vertieft ist. Unvollendete Arbeiten in einigen Kammern geben 
von dem hiebei beobachteten Verfahren vollständigen Aufschluss.  Drei 
der Grabkammern, Denkmälern von Giseh entnommen, befinden sich im 
Museum von Berlin, in ihrer ursprünglichen Einrichtung aufgestellt.
        

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