Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691320
Vierte Periode. 
501 
niederrheinischen Muster zurück.  Ferner: die Kirche St, Martin zu 
Worms, ein Bau schlichten Systems, 1265 geweiht; die älteren Theile 
der dortigen Paulskirche, der Chor vom Anfange des Jahrhunderts und 
die edel durchgebildete Westseite vom Jahr 1261; die Reste der Kirche 
von Seebach an der Hardt; die Kirche zu Pfaffen-Schwabenheim 
bei Kreuznach; die älteren Theile der nach 1219 erbauten St. Leon- 
hardskirche zu Frankfurt, namentlich ein von diesem Bau erhaltenes 
zierlich leichtes Portal; ein Paar klösterliche Hallenbauten mit spitzbogi- 
ger säulengetragener Wölbung, zu Eberbach und zu Schönau bei Hei- 
delberg: der Kreuzgang neben der Stiftskirche von Aschaffenburg, in 
vorzüglich gediegener Haltung und Durchbildung; u. s. w. 
Eine Anzahl kirchlicher Gebäude in den mittelrheinischen, den 
hessischen, den fränkischen Gegenden zeigt eine vorzüglich conse- 
quente Entfaltung des spitzbogig romanischen Systems (dessen ältere Vor- 
stufen, in den Kirchen von Bronnbach und von Fritzlar, (oben, S. 422 u. f.) 
eben diesen Districten angehören), mit der Anwendung des Spitzbogens 
im Innern bei rundbogigen Oefinungen, zugleich mit mehr oder weniger 
belebter Gliederung, mehr oder weniger reicher Dekoration. Noch eini- 
germaassen streng, noch nicht gleichmässig durchgebildet erscheint das 
System an der Ruine der Kirche von Arnsburg in der Wetterau; in 
w charakteristischer Entschiedenheit bei im Gan- 
 zen einfacher Behandlung an der Kirche von Ot- 
 terberg bei Kaiserslautern; in stattlich reicher 
 in Durchbildung an der um 1235 geweihten Kirche 
 von Limburg an der Lahn,1 mit Arkaden- 
 f Emporen und Wandgallerien, mit rhythmischer 
F1   Entwickelung der auf die Gewölbeformation be- 
f- iiivglile   rechneten, dem festen Kerne angelegten Gliede- 
ßßg, ßmaißals, {I rungen , mit malerisch reicher Thurmanlage und 
' Mini,  mannigfach dekorativer Zuthat im Aeussern, dem 
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i  3;, i"  sc en ängen na ezu en sprec en , se st mit 
ää  , einzelnen Elementen gothischer Structur, z. B. 
 X einfachen Strebebögen als Widerlager gegen den 
s Druck des Mittelschiffgewölbes, gleichwohl im We- 
Gelnhausen, sentlichen die Stufe des Romanismus, seines Mas- 
Pfau-Kirche zu Gelshßvm- ChßI-sen- und Formprincips noch immer bestimmt ein- 
glebel" (nach Memel) haltend.  Ferner die Peterskirche und die 
Pfarrkirche zu Gelnhausen, beide wiederum von einfacher Grundform, 
dabei aber Querschiif und Chor der letzteren 2 mit überaus reicher deko- 
rativer Ausstattung, in mannigfaltiger Eigenthümlichkeit der Motive und 
in geschmackvoll feiner Durchbildung des Details. Aehnlich die älteren 
Theile der Kirche St. Peter und Marcellin zu Seligenstadt.  Sodann 
in Franken: die Kirche von Wölchingen bei Boxberg, die älteren Theile 
der Sebalduskirche zu Nürnberg, diese in schwerer, wenig belebterFas- 
sung, und das vorzüglich bedeutungsvolle Beispiel des Domes zu Bam- 
1 Denkmäler der Kunst, 
2 Ebenda:
        

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