Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691158
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Styles. 
Die Kunst des romanischen 
dass sie durch Meister gerschiedener Nationen" ausgeführt worden seien. 
Einige Stücke von diesen sind erhalten, 1 auf einem die inschriftlich be- 
zeichnete Figur Sugcfs, vor der Himmelskönigin knieend. Die Fassung 
der Oompositionen ist wesentlich dekorativ, der Styl der Zeichnung roh 
schematisch, die Ausführung ein Mosaik von Glasstücken geringen Um- 
fanges. 
Eng 
land. 
Von umfassenderen Werken der Malerei dieser Epoche in England 
ist nichts Näheres bekannt. Nur von der damaligen Kathedrale von 
Oanterbury wird berichtet, dass ihre Decke durch glänzende Malerei 
(wohl nicht bloss ornamentistischen, sondern auch figürlichen Inhalts) wie 
kein andrer Bau im Lande ausgezeichnet gewesen sei. 
Die englische Miniaturmalerei zeigt, in der zweiten Hälfte des Jahr- 
hunderts, den Uebergang aus den älteren angelsächsischen Reminiscenzen 
(oben, S. 409) in den allgemein romanischen Typus. Ein vorzüglich 
stattliehes Beispiel, mit Zügen eines kräftig belebten Formensinnes, ist 
die Bilderhandschrift eines Commentars des h. Hieronymus über den Pro- 
pheten Jesaias in der bodleyanischen Bibliothek zu Oxford. 2 
Deutschland. 
Mannigfaltiger und bedeutender sind die Beispiele deutscher Malerei 
des 12. Jahrhunderts. 
An Wandgemälden sind zunächst die im Chore des Domes von 
Soest zu nennen. Einige Kolossalgestalten, von der späteren verhül- 
lenden Tünche befreit, zeigen eine einfach erhabene Strenge, die noch 
auf den Beginn dieser Epoche zu deuten scheint. 3  Aehnlich, mit einer 
gewissen feinen Bestimmtheit in der Bezeichnung der Formen, die Halb- 
figuren von Heiligen in den Nischen der Vorhalle der Nonnbergkirche 
zu Salzburg. 4 
Sodann ein Cyclus von Wandmalereien, welcher die Unterkirche von 
Sohwarz-Rheindorf bei Bonn ausfüllt. Diese sind dem älteren Bau 
von 1151 (oben. S. 415) gleichzeitig oder unmittelbar nach dessen Voll- 
endung ausgeführt, indem sie, sicheren äusseren Kennzeichen zufolge, 
schon durch die Bauverändernng von 1173 beeinträchtigt Wurden. Ihr 
Inhalt erscheint als ein tief gedankenhafter: in der Halbkuppel der öst- 
lichen Absis Christus in der Glorie und zwei Verehrende; gegenüber die 
Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel; auf der Südseite die Ver- 
 
1 Vergl. u. A. die Revue archöoL, I, pl. 18, 2:2; II, pl. 2G. Du Sommemird, les 
arts en moy. äge, IV, VII, pl. 11.  2 Waagen, treasures of art in Great-Bxi- 
tain, III, p. 91.  3 Lübke, Mittelalterl. Kunst in Westphalen, S. 321.  4 Hei- 
der, Mittelalterl. Kunstdenkmale in Salzburg, S. 19. (Bd. II. des Jahrb. der k. k. 
Ccntral-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale.)
        

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