Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691138
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Styles. 
Die Kunst des romanischen 
die drei Prachtthüren, welche Barisanus von Trani für die Kathedrale 
zu Trani, das Nordportal des Doms zu Monreale und die Kathedrale 
von Ravello (1179) fertigte. An diesen ist nur ein kräftig ausgebilde- 
tes Relief zur Anwendung gekommen, indem zum Theil dieselben Hei- 
ligengestalten, Vorgänge aus dem Leben Christi und reiche Ornamente 
in edel entwickeltem romanischem Style sich an ihnen wiederholen. 
Aehnlieh, aber bei Weitem roher die Hauptpforte des Doms zu Mon- 
reale, insehriftlich 1186 durch Bonannus von Pisa (vergl. oben S. 464 
und 481) ausgeführt. Einfacher als alle diese ist die gegen Ende des 
Jahrhunderts entstandene Hauptthür der Kirche von S. Olemente am 
Pescara. 
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Für die Malerei des 12. Jahrhunderts kommen zunächst einige fran- 
zösische Werke in Betracht. 
Vornehmlich dieWandgemälde derKirche von St. Savin im Poitou. 1 
Sie geben die umfassendste Anschauung derartig kirchlicher Ausstattung: in 
der Krypta mit Darstellungen a.us der Legende der hh. Savinus und Cy- 
prianus, im Chor und den Chorkapellen mit den Gestalten des Erlösers 
und der heiligen Schutzpatrone des Ortes und Landes, am Schiffgewölbe 
mit Scenen aus den beiden ersten Büchern der Bibel, in der Thurmhalle 
mit apokalyptischen Oompositionen, in der Empore über letzterer mit 
(grossentheils zerstörten) Scenen der Passion und der Legende des Klo- 
sters. Die Technik ist durchgängig schlicht: rothe Unterzeichnung, ein.- 
fache Colorirung und derbe Angabe der Umrisse. Styl und Behandlung 
haben einige Unterschiede, auf verschiedene Hände und längere Zeitdauer 
deutend; es ist möglich, dass die ältesten Stücke noch aus der Schluss- 
epoche des 11. Jahrhunderts herrühren; der überwiegend grössere Theil 
gehört jedenfalls dem zwölften an. Im Allgemeinen herrscht eine trockne 
typische Strenge von einigermaassen byzantinisirender Richtung vor: in 
den Malereien der Krypta, in ziemlich barbaristischer Fassung (vielleicht 
auch dadurch veranlasst, dass hier, ohne vorliegende Muster, völlig nach 
eigenem Vermögen erfunden werden musste); auch in den, Malereien des 
Schiffes ohne sonderlichen Aufwand von Geist, doch im Einzelnen schon 
zur feierlichen Würde und  wie in der Scene des Sinai, wo Moses die 
Gesetztafeln empfängt  zu machtvoller Erhabenheit gesteigert; in den 
Bildern der Vorhalle, den jüngsten dieser Arbeit, in eigenthümlieh poesie- 
voller Auffassung und in einer kräftigen, klaren, schon belebten Ausbil- 
dung der Stylmotive.  Dann einige andre Reste von Wandmalerei, wie 
die verbliebenen Fragmente in St. Jean zu Poitiers und namentlich 
eine hlalerei am Gewölbe der Krypta der Kathedrale von Auxerreä aus 
 
 1 Märinuße und Seguin, peintures de Pägl. de St. Savin. (Einiges 
monumental, XII, p. 193, und im Aböcödaire, Arch. reL, p. 194, H.) 
der Kunst, T. 49 (7, 8.)  2 Didron, iconographie ehrötienne, p. 291. 
Duo, (Iictioxmnairo rais. de Parchitccture franc., III, p. 242. 
im Bulletin 
Denkmäler 
 Viollet-le-
        

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