Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1691011
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Styles. 
Die Kunst des romanischen 
mehr. nach lombardischer Art in S. Giovanni di Pre..- Die seltsam bar- 
barlsirt phantastische Fagade der ehemaligen Kathedrale S. Pietro zu 
Spoleto, die des Domes zu Assisi, des Domes zu Fuligno haben zu- 
meist lombardischen Charakter.  In Viterbo ist die Kathedrale eine 
Säulenbasilika dieser Epoche, in Corneto 
  die Kirche S. Maria in Castello (1121 bis 
   1208), ein durchgebildeter Gewölbebau.  
 Der Dom zu Aneona, um den Schluss des 
  11. Jahrhunderts begonnen, um 1189 rei- 
    I, _ I, eher ausgestattet, ist eine Säulenbasilika 
  nach vereinfachtem Muster des Domes von 
    Pisa, im Aeussern nach lombardisehem Sy- 
 steme behandelt. Die Faeade von S. Maria 
Nett;  della Piazza, ebendaselbst, zeigt eine phan- 
' (Pi. üjäifx  tastlschel fast byzantinisirende Umgestaltung 
5111;;  gäjj-z; des plsanischen Motives.  Rom hat schlichte 
   Säulenbasiliken dieser Epoche, die, wie S. 
Grundriss des Domes von Aneona. Maria in Tralstevere7  orisogono7 noch 
(Nach irngmcsm-r.) Immer das einfache altchristliehe Vorbild 
 wiederholen; daneben aber, wie S. Prassede, 
stärkere Pfeiler zwischen den Säulen, von denen in der oben besproche- 
nen Weise Querbögen getragen werden, und am Ohor-Aeussern der (innen 
modernisirten) Kirche S. Giovanni e Paolo eine Arkadengallerie nach 
nordischer Art. 
Unter-Italien, 1 namentlich Apulien, zeigt eine Fortbildung jenes 
gemischten Styles, der hier schon im 11. Jahrhundert begonnen hatte. 
Der alt herkömmlichen Basilikenanlage mischt sich Byzantinisches und 
Sarazenisches, auch Nord-Italisches und Französisches, bei; der Chorraum, 
gewöhnlich in breit entfalteter Anlage, wird häufig durch eine mächtige 
Kuppel ausgezeichnet; eine Gesammtüberdeckung dcr Räume durch Wöl- 
bungen wird in verschiedenartiger Weise ausgeführt. 
Säulenbasiliken der Art sind: zu Bari, ausserS. Nicola (oben, S. 394), 
die Kirche S. Gregorio und die Kathedrale, die Ostseite der letzteren in 
reich phantastischer äusserer Ausstattung; die Kathedrale von Troja, die 
von Trani. Pfeilerbasiliken: zu Ruvo, Accerenza, Venosa, die letz- 
teren beiden mit französischer Chordisposition. Gewölbte Pfeilerbasiliken: 
zu Foggia, S. Nicola zu Lecce (mit tonnengewölbtem Mittelschiff ohne 
Oberfenster), zu Molfetta, Canosa, Trani (mitKuppelnyg  Kleinere 
Kuppelbauten: die Grabkapelle B0hemund's (gest. 1111) bei S. Sabine zu 
Oanosa, das Aeussere in antikisirender Behandlung; das Baptisterium zu 
 
1 Vergl. H. Schulz, Denkmäler Unter-Italiens.  v2 Für diese Bauten die 
Kuppelkirchen des weit entlegenen Aquitanien als Vorbilder anzunehmen, wie F. 
v. Quast S. 71 im I. Bd. des von ihm herausgegebenen schulischen Werkes ge- 
than, scheint mir wenig begründet, da neben dem Uebereinstimmenden noch mehr 
Abweichendes sich dabei geltend macht, und überdies in allen Theilen Italiens 
seit der Römerzeit Kuppelbauten nichts Ungewöhnliches waren, auch die über- 
höhte Form der Kuppel schon in der frühmittelalterliehen Epoche vorkommt. W. L.
        

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