Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690881
Dritte Periode. 
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bei ausgedehnterer Räumlichkeit in einer basilikenähnlichen Disposition 
der letzteren und in eigenthümlicher Aufgipfelung des Mittelraumes, ge- 
stützt wird. Ein Chorraum schliesst sich dem Schiffraume als gesonderter 
Bautheil an; eine niedrige Halle, der sogenannte "Laufgang", (angeblich 
zur Ableitung des Tropfenfalles von den Hauptschwellen des Gebäudes) 
umgiebt die IIaupttheilc des Aensseren, vor den Eingängen portikenartig 
vortretend, Ein Glockenthürmchen erhebt sich als mittlereKrönung über 
dem Hauptdache. Fenster sind nicht vorhanden; statt ihrer finden sich 
nur kleine Luftlöcher. Die Säulen sind mit cylindrischen oder würfel- 
artigen Kapitälen und schlichten Basen versehen und durch Bogenwerk 
verbunden, die Wände des Laufganges zumeist durch Arkaden geöifnet, 
die Thüreu gleichfalls rundbogig geschlossen. An geeigneten Stellen, na- 
mentlich an den Kapitälen der Säulen, an den Thüren und ihrer Uni- 
rahmung finden sich reich geschnitzte Dekorationen: diese haben das (der 
irischen Kunst entsprechende) Bandgeschlinge, welches sich nunmehr oft 
zu überaus phantastischen Combinationen, -mit ungeheuerlichen Drachen- 
"gestalten, mit Laubgebilden durchiiochten, (später auch mit eigentlich 
xsicht 
xe zu Borgum 
(Nacl 
Geimard.) 
figürlichen Darstellungen) ausbildet. Auch die im Aeussern an den Dach- 
firsten vorspringenden Hölzer sind ausgesehnitzt, in der Weise Wllndßr- 
sam gestalteter Sehiffschnäbel. Das Ganze hat, in der sinnreiehen Aus- 
nutzung des constructionellen Gefüges, in dem geschossweise aufgegipfel- 
ten Aeusseren, dem Geheimnissvollen der inneren Disposition, dem phan- 
tastischen Spiele der schmückenden Zuthat, einen naiven, fast mährchen-
        

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