Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690875
456 
des romanischen 
Die Kunst 
Styles. 
üblichen Rundthurm, barbaristisch rohe Einzelformen,  aber damit zu- 
gleich schmuckreiche Theile, namentlich Portale, im ausgebildet englisch- 
romanischen Style verbindet: die Kirchen von Roscrea, Killaloe, 
Inishcaltra, Freshford, Agadhoe.  Besonders merkwürdig ist 
die Cormacis Kapelle zu Oashel. Sie hat bei ähnlicher Anlage, die 
reichste Ausstattung, in einer Weise, welche die englischen Dekorations- 
formen mit irisch barocker Behandlungsweise verschmilzt. Aber der Chor 
hat bereits eine Kreuzwölbung mit Rippen, wie dergleichen nur in der 
romanischen Schlussperiode vorkommt. Als Bauzeit dieser Kapelle ist 
das J. 1134 verzeichnet; ihre Beschaffenheit lässt, wenn nicht auf einen 
vollständigen späteren Rundbau, so doch jedenfalls auf eine durchgreifende 
jüngere Ueberarbeitung schliessen.  
In Wales bekundet sich, für diese Epoche, das stammverwandte Ver- 
hältniss zu Irland, durch eine Anzahl von Steinkreuzen, deren dekorative 
Ausstattung denselben phantastischen Charakter trägt.  
an 
avi 
811. 
.Die norwegischen Monumente des 12. Jahrhunderts zeigen verschie- 
denartig verwandtschaftliehe Beziehungen zu denen der britischen Inseln. 
Eine eigenthümliche Gattung bilden die Holzkirehe n,  die so- 
genannten „Stab-" oder "Reisswerkkirchen".  Der ältest vorhandenen, 
voraussetzlich noch dem 11. Jahrhundert angehörigen Ueberbleibsel, ihrer 
nahenUebereinstimmung mit dem dekorativen Style der alt-irischen Kunst 
Grundriss 
der Kirche zu Borgund. 
(Nach G. B111 
ist bereits (oben, S. 389 u. f.) gedacht. Auf derartiger Grundlage ent- 
wickelte sich ein bauliches und dekoratives System, dessen erhaltene Bei- 
spiele vorzugsweise dem 12. Jahrhundert angehören und in denen sich 
eine selbständig nationale Sinnesrichtung ausspricht. Die Gebäude sind 
aus aufrecht stehenden, mit Falzen ineinander-greifenden Bohlen errichtet, 
durch starke Eckpfosten gefestigt, von einem hohen Dache bedeckt, dessen 
kunstreiches Gespärre im Inneren offen liegt, und zuweilen von Säulen,
        

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