Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690553
424 
Kunst des romanischen Styles. 
Die 
der Halle in die Kirche führenden Portale ist Hinzuüigung aus der zwei- 
ten Hälfte des Jahrhunderts. Ihr schliessen sich, durch besondere Eigen- 
thümlichkeiten der Choranlage ausgezeichnet, die Kirchen von Hamers- 
leben und von Bursfelde an. In der letztem wechseln Säulen und 
Pfeiler. Dasselbe ist bei der um 1130 errichteten (und durch jüngere 
Einbauten veränderten) Kirche von Hecklingen ' und bei der von Frose 
der Fall. Die erst nach 1170 errichtete Kirche von Mannsfeld ist eine 
schlichte Säulenbasilika. 
Eine sehr ansehnliche, durch eigenthümliche Weise der Anordnung 
ausgezeichnete Basilika ist die nach 1133 erbaute Kirche St. Godehard 
zu Hildesheim. Ihr Chor, noch vor der Mitte des Jahrhunderts und 
in schlichteren und strengeren Formen ausgeführt, hat eine säulengetra- 
gene Absis und einen Umgang um dieselbe, an dessen äusserer Wand 
kleine Absidennischen hinaustreten, derjenigen Anordnung entsprechend, 
welche in der französischen Architektur des 12. Jahrhunderts vorherrscht; 
(vergl. unten). Das Schiff ist jünger und mit sehr schlanken Säulen (je 
zwei mit einem Pfeiler wechselnd) und reicherer Ausstattung versehen. 
Ebensolcher Ausstattung erfreut sich auch das Aeussere des Gebäudes.  
Ihr folgte die Erneuung des Schiffbaues von St. Michael, ebendaselbst, 
geweiht 1186. Die schlichten strengen Säulen des alten Baues (oben, 
S. 375) wurden grösstentheils durch andre ersetzt, welche phanta- 
stisch üppige, schmuckreiche Kapitale tragen; auch ornamentistische 
Stuckbekleidung, besonders in den Laibungen der Bögen, wurde beige- 
fügt. (Ein neuer Westchor wurde noch später, in der Schlussperiode des 
Romanismus, zur Ausführung gebracht.) 
Dann ist eine Anzahl von Pfeilerbasiliken, ohne Wechsel mit Säulen, 
zu nennen. S0, ihrer ursprünglichen Anlage nach, die einfach behandel- 
ten Kirchen: St. Peter und Paul (die Kirche auf dem Frankenberge) zu 
Goslar, die Liebfrauenkirche zu H alberstadt (später überwölbt), die 
Wipertikirche bei Quedlinburg, die Kirche zu Fredelsloh, die von 
Marienthal, die (verbaute) Kirche zu Oberndorf in Thüringen, die 
(später durchgreifend umgewandelte) von Pforte (Schulpforte).  Als 
T. 46 
1 Denkmäler der Kunst,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.