Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690542
Dritte Periode. 
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Halbtheil derselben Anordnung gebildet.  Das zweite Monument ist die 
Stiftskirche zu Fritzlar, nach 1171 erbaut. äie Äeigt, in der Behand- 
ung es eussern und des In- 
f I  v, neänit eintedaufflajlllge Verwandt- 
f  i  1   sc a mi em 0mv0nWorms' 
  ß f   M aber das System ist wesentlich 
v dir; i, verschieden; die Pfeiler, ge- 
M I "l  a f; gliedert und wechselnd schwä- 
 m i:     e ß cher und stärker, sind bereits 
 durch Spitzbögen verbunden, 
1  wohl das frühste Beispiel der 
I"  1   I Art in Deutschland, und auch 
 3 die Ueberwölbung ist spitzbo- 
Kirchehii-Brodnbach. Inneresrwäystem.  in FOITÜQII, Welcheä schon 
mehr der Schlussperio e des 
Romanismus entsprechen. Die ansehnliche Krypta hat das charakteristische 
Gepräge der späteren Zeit des 12. Jahrhunderts. (Die westliche Vorhalle 
hat abweichende Behandlung; sie ist ein glänzendes Werk der romani- 
schen Schlussperiode.) 
Eine schlichte Rundkapelle, welche dem 12. Jahrhundert anzugehö- 
ren scheint, ist die von Altenfurt bei Nürnberg. 
Die sächsische Architektur des 12. Jahrhunderts folgt fast aus- 
schliesslich dem reinen Basilikensystem, theils mit Säulen, theils mit Pfei- 
lern. Die Anlage von Gewölben über den Hochräumen kommt nur aus- 
nahmsweise vor. Aber dieses überlieferte System bereichert sich nicht 
selten durch eigenthümliche Gestaltung des Chorraumes, an dessen Seiten 
sich zumeist Nebenkapellen oder seitenschiffartige Nebenräume, welche 
mit dem Mittelraume wohl durch eigenthümlich geordneten Arkadenschmuck 
in Verbindung stehen, anlehnen; die Halle der Westseite gewinnt mehr- 
fach eine schmuckreiche Ausstattung, und vorwiegend zeigt sich das Be- 
streben, durch mannigfaltige Entwickelung des Details und dekorative 
Behandlung desselben, eine erhöhte Durchbildung zu gewinnen. 
Einige der schon erwähnten sächsischen Monumente bezeichnen den 
Uebergang aus der Richtung des 11. Jahrhunderts in die des 12. U. a. 
gehören zu diesen die im J. 1129 geweihte Schlosskirche zu Quedlin- 
burg (S. 376) und der nach 1073 ausgeführte Schiffbau der Stiftskirche 
zu Gandersheim (S. 375). Den letzteren entspricht, in verwandter Be- 
handlung, die Kirche des benachbarten Klus, 1124 geweiht. 
Ein charakteristisches Werk der Frühzeit des 12. Jahrhunderts ist 
die seit 1105 gebaute Kirche von Paulinzellef eine reine Säulenbasilika 
von strenger Formation, mit rhythmisch festem Gesimseinschlusse der 
Arkadenbögen des Innern. Eine ansehnliche Pfeilervorhalle auf der West- 
Seite, über der eine geräumige Empore angeordnet war, sammt dem aus 
 
1 Denkmäler 
der Kunst,
        

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