Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690526
Periode. 
Dritte 
421 
zugefügten tragenden Gliedern, dem vorausgesetzt beibehaltenen alten 
Pfeilersystem in so eigenthümlich harmonischer Weise anschliesst. (Vergl. 
oben, S. 371.) DerselbenEpoche gehört, in den charakteristischen Typen 
des 12. Jahrhunderts, die  Emmerämljkapelle auf der Sudseite des 
Domes an. Andres Bedeuten e ist auc ier später.  
Der Dom zu Worms 1 wurde an der Stelle eines älteren Gebäudes 
zu Anfange des 12. Jahrhunderts neugebaut und 1110 geweiht, später 
erneut uiijd 1181 abermals geweiht, aber erst noch später (in der Schluss- 
epoche des romanischen Styles) vollendet. Das System seines Inneren 
stimmt, der Hauptsache nach, mit denjenigen Motiven überein, welche in 
dem Dom von Speyer nach Ausführung der dortigen Ueberwölbung vor- 
lagen, doch in soferne einheitlicher, als dasselbe hier von 'v0rnherein auf 
die Ueberwölbun berechnet erscheint während da e en im Einzelnen 
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Ansicht des Domes zu 
Worms. 
(Nach Gladbach.) 
mehr Willkürliches sich findet und die Behandlung des Details, in einem 
Gemisch schwerer und leichter Gliederungen, ein geläutertes Kunstgefühl 
vermissen lässt. Ueber der mittleren Vierung des östlichen Querschiiies 
steigt eine Kuppel empor; eine zweite auf der Westseite des Gebäudes, 
der sich eine (in der spätromanischen Epoche ausgeführte) Westabsis vor- 
legt. Im Uebrigcn scheinen auch hier Einzelstücke aus älteren Anlagen 
beibehalten. Die Ostabsis, innen halbrund, ist im Aeussern (mit starken, 
wohl auf den Gewölbedruck berechneten Eckmassen) viereckig, mit Rund- 
thürmen auf den Seiten; auch die Westabsis tritt zwischen Rundthürmen 
vor. Das Aeussere des Gebäudes hat durch diese Anordnungen in seiner 
Gesammtheit ein Gepräge kühner und erhabener Festigkeit, dem sich die 
reich angewandte Einzelgliederung unterordnet, das trotz der Spättheile 
(mehr als es bei der Gesammterscheinung der vorgenannten Dome der 
Fall ist) den Charakter des 12. Jahrhunderts festhält und die günstigste 
Wirkung hervorbringt. 
 
Denkm. 
Kunst, 
T, 45
        

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