Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690480
Dritte Periode. 
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Innern zwar modernisirten Kirchen St. Denis und St. Barthelemy zu Lüt- 
tich, von denen die erste in den Schißarkaden nur Säulen, die andere 
Säulen und Pfeiler hat. St. Servais zu Maestricht, ebenfalls moderni- 
sirt, hat dagegen Pfeiler mit Halbsäulen, St. Jacques zu Gent wiederum 
nur Säulen, und zwar von eigenthümlich schwerer Bildung.  Ebenso 
St. Peter zu Utrecht, wo die Schiifsäulen mit einfach schweren Würfel- 
kapitälen, die Säulen der Krypta mit reicherer Dekoration versehen sind. 
Aehnlich auch die der Krypta von St. Lebuinus zu Deventer. Der 
Oberbau dieser Kirche, gleich dem 
von St. Nicolas ebendaselbst, hat in 
jüngerem Umbau nur geringe roma- 
o . nische Reste bewahrt. 
Einiges Andere zeigt einen nä- 
' o o o heren Anschluss an deutsch-nieder- 
rheinische Elemente der Zeit. Die 
o o 0 o Krypta der Kirche von Herzogen- 
rad e (Rolduc), 1 angeblich vom An- 
v o fange des 12. Jahrhunderts, hat in 
ihren Umfassungsmauern die dreifache 
' ' Absidenanlage von St. Maria am Ka- 
 pitol zu Köln, doch in engerem Zu- 
Grundriss der Krypta von Herzogenrade. sammenschlnss.  Kapelle VOII St. 
(Nach de 3mm) Nicolas-en-Glain bei Lüttich er- 
innert in ihrem Chorbau an die niederrheinischen Absiden, auch mit der 
krönenden Arkadengallerie. 
Eine zweigeschossige Kapelle, die des heiligen Blutes, zu Brügge 
scheint in der ursprünglichen Anlage und deren Behandlung den deut- 
schen Bauten ähnlich zu sein, ist aber in späterer Epoche erheblich ver- 
ändert werden.  Von der ehemaligen (später umgebauten) Rundbau- 
Anlage von St. Jean zu Lüttich liegen nurpngenügende Abbildungen vor. 
In Westphalen erscheint, zumal in der zweiten Hälfte des Jahr- 
hunderts, das Wölbesystem entschieden vorherrschend. Der Sinn ist die- 
sem constructionellen Bedingniss vorzugsweise zugewandt; in mannigfa- 
cher Weise strebt man dahin, mit den Mitteln desselben zu einem festen 
Zusammenschluss der Räumlichkeit zu gelangen. Für den Grundplan sind 
die verschiedenartigen Motive der romanischen Basiliken-Anlage maass- 
gebend. Die Behandlung zeigt zumeist eine schlichte Strenge. Es stimmt 
hiemit überein, dass die Absis zuweilen, statt des üblichen Halbrunds, in 
rechteckiger Form gebildet wird. 
Einfache ungewölbte Pfeiler-Basiliken, der früheren Zeit des Jahr- 
hunderts angehörig, sind die Kirchen von Fischbeck, Kappenberg, 
Freckenhorst (1129 geweiht). Die von Neuen-Heerse bei Pader- 
1 De Roisin, in den Mittheilungen aus dem Gebiet der kirchlichen Archäologie 
Gesch. der Diöcese Trier, I, S. _1 16I VgLBaudrfs Organ f. christl. Kunst, J ahrg. 1860. 
Kugler, Handbuch der Kunstgeschichte. I.  
        

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