Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690460
Dritte Periode. 
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1156 geweiht, hat dieselbe Anlage, aber in grossartigster und edelster 
Durchbildung, eines der Meisterwerke der gesammten Epoche, eines der 
 g I, „ „ J  charaktervollsten der niederrheinischen Lande, 
  ' für Einführung des Kreuzgewölbebaues und 
 i;    "E; dessen erste künstlerische Gestaltung wohl 
33-     ohne alle Ausnahme das bedeutungsvollste 
E:    Werk. Die räumlichen und die Massen-Ver- 
Li-f   hältnisse des Inneren sind von hoher und 
 läj-gf" u  5:7 klarer Würde, das System durch kräftig und 
 1,395  leicht aufsteigende Halbsäulen, welche die 
    Quergurte des Gewölbes tragen, in strengem 
;  E,"    Adel entwickelt. Die Gesammtanlage des 
Ä 4  i  i; Gebäudes entfaltet sich, durch ein zweites 
    11' westliches QuerschiE mit besonderer Absis 
    l, und die Ausfüllung desselben mit einer ge- 
f    räumigen Empore, durch einen überaus statt- 
;  l ä.  - i;  liehen Thurmbau, der in je drei Thürmen 
- l    l  über und an der westlichen wie der östlichen 
1A 3   l: Seite emporsteigt, durch die vielfach geglie- 
jl   derte Dekoration des Aeussern mit Wand- 
:  E  arkaden,Wandbögen, Bogenfriesen, Pilastern, 
 i Ii  Lissenen, in reichster Weise. In der Detail- 
i: l 71a bildung. zeigt sich vielfach ein glücklicher 
  Sinn für das Organische, zum Theil aller- 
Kilfczgzuaah m dings dem barocken Wesen der Schnitzmanier 
(Nach Gag, und um)  zugeneigt, zum Theil in völlig lauteren und 
gemessenen Bildungen; die noch herbe Fe- 
stigkeit der Behandlung in beiden Beziehungen ist für die frühere Zeit 
des 12. Jahrhunderts besonders bezeichnend.  Die Kapelle von St. 
Thomas bei Andernach ist ein Werk der Bauhütte von Laach.  Die 
Abtei-Kirche von Knechtsteden, nach 1134 gebaut, ist eine wiederum 
bedeutende Gewölbeanlage, mit Kuppel über dem Querbau, im Uebrigen 
mit Kreuzgewölben.  Die Kirche zu Wlssel bei Calcar scheint ganz 
mit Kuppeln gewölbt zu sein.  Ausserdem gehören hieher die Kirchen 
von Hoohelten bei Emmerich und von Repelen bei Mörs, beide ihrer 
ursprünglichen Anlage nach, sowie die schlichten Kirchengebäude von 
Hilden und von Bürrig. ß 
Ein eigenthümlicher Gewölbebau ist ferner die Kirche von Schwarz- 
Rheindorfß Bonn gegenüber. Ihr Bau war um 1149 begonnen und 
1151 geweiht; zwei Decennien später wurde sie erweitert und diese Um- 
änderung 1173 beendet. Die ursprüngliche Anlage war die einer zwei- 
geschossigen Kapelle von kreuzförmigem Grundriss, im Obergeschoss mit 
einer Kuppel über dem Mittelfelde (und einem darüber emporsteigenden 
Thurme), im Uebrigen mit Kreuzgewölben bedeckt; im Untergeschoss mit 
mächtig starken Mauern, in welche innen Nischen hineintreten und über 
 
die Doppelkirche zu Schwarz-Rheindorf. 
Simons,
        

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