Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686518
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Vorstufen künstlerischer Gestaltung. 
Köpfe bedeckt und die Masse der letzteren nur durch die hindurchlaufen- 
den Horizontalgesimse (diese wieder mit geschmackvollstem Linearorna- 
ment) getrennt. Andre der dortigen Gebäude mit entschiedener Aufnahme 
der aus dem Holzbau hervorgegangenen Formen.  Das letztere in noch 
mehr charakteristischer Weise bei den Bauwerken von Zayi, der Art, 
dass sowohl der Ursprung der Säule aus der naiven Verwendung des 
runden Baumstammes, als auch die Nachahmung selbst einer spielenden 
Weise der Holzschnitzerei bestimmt ersichtlich wird.  Zu Sabaeche 
verschiedene Bauwerke, an deren einem der Obertheil der Faeade einem 
zierlichen Gegitter von Holz ähnlich behandelt ist.  WViederum sehr 
anselmliohe und zahlreiche Denkmäler zu Labnä. Das auf einem Teo- 
ealli stehende Gebäude an seinem Obertheil reich mit (zumeist zer- 
störten) bildlichen Sculpturen, namentlich auch mit Todtenköpfen, ge- 
schmückt. Die andern Gebäude durch reiche Verzierungen in der schon 
geschilderten Weise ausgezeichnet. Eins derselben mit einem grossartigen 
Portal von treifliehen Verhältnissen.  An den Denkmälern von Kiuie 
wiederum entschiedene Elemente des Holzbaues, an einem derselben in 
besonders zierlicher Ausbildung.  Dasselbe bei den Gebäuden von 
Chunhuhü, bei denen sämmtlich der Obertheil der Fagaden, zum Vor- 
theil des Gesammteindruckes, ein minder hohes Verhältniss hat.  Andres 
Bemerkenswerthe zu Xlabpak. U. a. m. 
In andrer Richtung, tiefer ins Land hinein und mehr östlich von 
Merida, liegen die ebenso zahlreichen wie grossartigen Denkmäler von 
Ohichen. Die Fagaden derselben sind zum Theil ganz und gar mit 
buntem phantastischem Schmucke bedeckt. Auf einem hohen Teocalli, 
welcher den Namen des „Oastillo" führt-und dessen Treppenstufen unter- 
wärts von ungeheuren Schlangenköpfen bewacht werden, ist ein Gebäude 
von merkwürdiger innerer Einrichtung, indem zwei freistehende viereckige 
Pfeiler zur Stütze von zwei starken Holzbalken dienen, über denen sich, 
zu dreien nebeneinander geordnet, jene hohen Dreieekgewölbe erheben, 
wodurch ein in seiner Art einziger grösserer Zimmerraum hergestellt ist- 
Höchst eigenthümlich ist hier ferner eine ausgedehnte Säulenstellung, in 
drei bis fünf Reihen geordnet, die eine Fläche von fast 400 Quadratfuss 
umschliesst. Die Säulen sind klein, bis 6 Fuss hoch; ob sie ein (etwa 
hölzernes) Dachwerk getragen, ist nicht mehr zu bestimmen.  Merk- 
würdig und eigenthümlich sind endlich die Denkmäler von Tuloom, an 
der Ostküste von Yucatan. Sie haben zum Theil förmlich portikenartige 
Faeaden, mit rohen Säulen. Eins derselben hat zwei Geschosse, mit voll- 
ständiger Ausbildung der inneren Räume. 
 Noch sind einige Besonderheiten in Betreff yucatekischer Monumente 
anzuführen. In den Trümmern der alten Residenzstadt Mayapan (ge- 
gründet um 1150, zerstört 1420), welche bei dem Gehöft S. Joaquin, 
zunächst südlich von Merida, liegen, befindet sich ein kreisrundes, im 
Aeusseren kegelförmig sich verjüngende-s Gebäude von nicht bedeutender 
Dimension, in dessen Innerem eine eompaote cylindrische Masse steht. 
Ein ähnliches, über hohem Terrassenbau, zu Chichen. Reste eines 
dritten zu Uxmal. Ueber diese Bauten wird unten eine mögliche Ver- 
muthung folgen.  Einige Anlagen,  Plätze, zu deren Seiten sich lange
        

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