Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690289
Zweite Periode. 
397 
zu Hildesheim. 1 Eine Inschrift gibt an, dass Bernward (der darin aber. 
bereits als verstorben bezeichnet wird) sie im Jahr 1015 habe aufstellen 
lassen. Jeder Flügel enthält acht Relieffelder: auf der einen Seite, in 
der Folge von oben nach unten, die Geschichte des Sündenfalles, auf der 
andern in umgekehrter Folge die-Geschichte der Erlösung darstellend, die 
Wechselbeziehung beider Folgen zugleich durch Wechselbeziige zwischen 
den einzeln einander gegenüberstehenden Feldern erhöht. Die Begeben- 
heiten sind überall, mit wenig Figuren, einfach und naiv erzählt, die Ge- 
berden der dargestellten Personen zumeist ganz sprechend, das unterste 
Bild der ersten Folge  die Ermordung Abels, und Kain,_ der sich vor 
der aus Wolken vorgestreckten Hand Gottes verhüllt  schon in lebhaft 
Die Ermordu ug Abels, 
VDI) 
der Erzthüre 
des Domes zu Hiläeshei 
(Nach dem Gipsabgxxsse.) 
dramatischer Empfindung. Aber die Mittel der Darstellung sind zumeist 
noch schwach, die nackten Figuren schauerlich missgeborne Embryone, 
die Falten der Gewandung zumeist dürftig. Der Obertheil des Körpers 
löst sich in der Regel aus dem Grunde-des Reliefs los, wohl um der 
Schau aufwärts grössere Deutlichkeit zu geben, (obgleich dies zum Theil 
auch an den unteren Feldern der Fall ist); aber das Missgewachsene der 
Gestalten wird dadurch nur in empfindlicher Weise vermehrt. Eine ge- 
wisse studirte Glätte des Vortrages trägt dazu bei, die Mängel doppelt 
auffällig hervortreten zu lassen.  Das andre Werk ist eine eherne 
Säule, 2 die in der Michaelskirche zu Hildesheim hinter dem Hochaltare 
errichtet und 1022 mit diesem geweiht war. Sie trug ein Crucifix; nach 
Verlust des letzteren und des Kapitäles, auf welchem dasselbe stand, ist 
sie gegenwärtig auf dem Domhofe aufgestellt. Mit der Basis hat sie 
 
1 Rohe Abbildungen des Ganzen bei F. G. Müller, Beiträge zur teutschen 
Kunst- und Geschichtskhnde I, und bei Kratz, der Dom zu Hildesheim, T. 6. 
(Denkm. d. Kunst, T. 47 (9, 10). Sorgfältige Abbildungen von Einlelßfüßken bei 
Förster, Denkmale, IV.  2 Kratz, T. 7.
        

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