Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690227
Zweite Periode. 
391. 
Rest mag die massive kleine Kirche von Moster in 
die man für einen Bau vom Jahr 996 hält, genannt 
setzlich ältester 
Söndhordeland, 
werden.  
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In Spanien breitete sich die christliche Herrschaft im Laufe des 
11. Jahrhunderts in siegreichen Kämpfen gegen die Araber über die ge- 
samrnte Nordhälfte des Landes aus. Die günstigen Verhältnisse gaben 
zu lebhafter baulicher Thätigkeit Anlass; es liegen mannigfache Notizen 
über dieselbe vor, aber es fehlt noch an näher eingehender Darstellung 
ihres Charakters und der Eigcnthümlichkeiten der bezüglichen Monumente. 
Im Allgemeinen tragen die letzteren auch hier den massenhaft ernsten 
und strengen Charakter der Zeit; eine Verwandtschaft mit den Anordnun- 
gen der südfranzösischen Architektur scheint sich mehrfach geltend zu 
machen, antikisirendes Fornienwesen häufig, maurisches dagegen noch 
erst in selteneren Fällen aufgenommen zu sein. 
Als namhafte Baulichkeiten der Epoche werden genannt: Im nörd- 
lichen Aragon die Kathedrale von J aca, 1063 gegründet, im inneren 
Systeme mit einem NVechsel von Pfeilern und Säulen, zugleich mit jün- 
geren Einzeltheilen; die Reste des vor 1086 gegründeten Klosters Monte- 
Aragon; die Kirche von Loarre; die Kathedrale von Calohorra;  
in Navarra das Kloster S. Miguel in Excelsis;  in Katalonien die 
Klosterkirche von Ripoll; S. Pablo del Campo zu Barcelona; St. 
Lorenio in Brida, S. Daniel in Gerona.  Im nördlichen Kastilien 
die Kirche von Cervatos bei Palencia, mit Säulen und roh kolossalen 
Kapitälen, wie solche öfters an den frühromanischen Bauten jener Gegend 
vorkommen; der Chor, der Kirche des Klosters de las Huelgas zu Bur- 
gos; mit schweren achteckigen Pfeilern und gleichfalls einfach rohen Ka- 
pitälen, (darüber Halbsäulen, die dem Anscheine nach zu Trägern für die 
Quergurte einer Tonnenwölbung bestimmt waren); die Kirche S. Isidor 
zu Leon, reicher dekorativ ausgestattet, die Pfeiler mit anlehnenden 
Halbsäulen, auf der Westseite die gewölbte königliche Grabkapelle, das 
Sogenannte Pantheon; die Stiftskirchevon Santillana; u. a. m. 
Ita 
Italien hat im 11. Jahrhundert noch keine erhebliche Zahl baulicher 
Monumente. Die bedeutenderen derselben wurden gegen die Mitte und 
nach der Mitte des Jahrhunderts gegründet; einzelne kündigen sofort ein 
grossartiges und seiner Ziele bewusstes Streben an. Die künstlerischen 
Richtungen weichen je nach den Landschaften und Oulturbedingnissen 
derselben wesentlich von einander ab.  
1m Gebiete von Venedig macht sich eine entschiedene Aufnahme 
byzantinischen Elementes geltend, durch die byzantinisirenden Muster, die 
in jener Gegend (besonders in Ravenna), aus altchristlicher Zeit vorhan- 
den waren, mehr noch durch das in der ganzen Lebensstellung des Staa-
        

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