Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690203
Zweite Periode. 
389 
Irland, für die frühchristliche Oultur von eigenthümlicher Bedeutung, 
nahm an den Bewegungen, welche die Architektur des 10. und 11. Jahr- 
hunderts zu neuer Entwickelung trieben, keinen Antheil. Was dort in 
Neubau ausgeführt ward, behielt die urthümlichen, fast kyklopischen For. 
men des ersten Beginnes (S. 238) bei, in den kleinen, mit einem Tonnen- 
gewölbe bedeckten Kapellen, in der merkwürdigen Anlage der hohen 
Rundthürme, mit rohen und schmucklosen, nicht selten in Giebelsparren- 
form gebildeten Fenstern und Thüren. Was eine feinere Behandlung des 
Details, eine SCh-Yllllßkreißhß Ausstattung hat, erscheint, aus einem oder 
dem andern Grunde, als Ergebniss einer Anregung von englischer Seite 
als Werk des 12. Jahrhunderts. Nur ein ganz eigenthümliches Elemenf; 
technischer Construction dürfte, bereits in der gegenwärtigen Periode als 
festgestellt zu betrachten sein: die Anlage gleichfalls gewölbter Oberkam- 
mern über der Wölbung jener Kapellen, die zu Trägern eines hohen Stein- 
daches bestimmt zu sein scheinen und zu diesem Behufe die aufsteigende 
Form einer spitzbogigen Tonncnwölbung haben. (Wobei zu bemerken 
dass schon in irischer Urzeit die spitzbogige Wölbung, nach altpelasgi: 
scher Weise in horizontal übeiioilesiintander kvortrectpnden steinbogen ausge; 
er, vor 0mm.  orzuesweise wirr 
 den Iren, wie schon früher ldemerkt, die 
  Jl-lliifglgt-e-if"  Uebung des Holzbaues zugeschrieben und 
  -   e 1" t  h  .7  
NEW-ß; h getagt UN s ass sie voraussetzen, dass sie in die- 
 "i u)? sem eine schmuckreiche' Ausstattung nicht 
e.      i."  werden verschmäht, "dass sie ihn namentlich 
{F  tf     mit feinen zierlich phantastischen Ornamen- 
  i i,  ten, welche den Schmuck ihrer alten Schrift- 
,  Güäimlpty! werke ausmachen, (S. 243), werden ausge- 
H   Wg; stattethaben. Erhaltene Reste der Art sind 
1' r liiiiliiiiijjitti '61 lä 19'5- aber bis Jetzt nicht nachgewiesen 
  f i?! Schottland hatte eine stammverwandte 
T: ftp Bevölkerung, der sich in den niederen Land- 
 schaften (besonders seit der normannischen 
        
 . ini e wemge sc o isc e este 
Eingangsthür des Riiudthurincs zu erscheinen den alt-irischen ähnlich? Z' B' das 
Brechin. (sich wie-m.) Kirchlein des heil. Magnus auf der 111591 
Egilshay, einer der Orkney's, und die 
Rundthürme zu Abernethy und zu Brechin im östlichen Küstenlande. 
Die Eingangsthür der letzteren, hochgelegen wie überall an diesen Rund- 
thürmen, hat eine zierlich alterthümliche Umrahminig. 
Die Bevölkerung von W'ales ist gleichfalls keltisch, und auch hier 
kommen kleinere Bethäuser von urthümlicher Beschaffenheit, den irischen 
ähnlich, vor.  
eg 
Verwandtes Cultur-Element wurde sodann nach der Küste von Nor- 
wegen hinübergetragen. Dort finden sich zahlreiche Holzkirchen, deren
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.