Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690076
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Styles. 
Die Kunst des romanischen 
zur Stätte seiner Gruft ersehen, die um den Schluss des 10. Jahrhunderts 
neugebaut und 1021 geweiht war, und deren abermalige Erneuung nach 
einem Brande von 1070 zu einer neuen 'Weihung im Jahre 1129 führte. 
Aber jener barbarisirend nordische Geschmack zeigt sich hier in reicher 
phantastischer Durchbildung, auch in feinerer Behandlung, währenddie, 
Reminiscenz der Antike aufs Neue einen lebhaften Sluielrailm gewinnt 
lmd der Verwendung einzelner sehr alterthümlicher Stücke, welche aus 
den früheren Anlagen beibehalten sein mochten, einzelne Entwicklungs- 
momente gegenübertreten, die den Uebergang in den Romanismus des 
12. Jahrhunderts bezeichnen. Der reichste Wechsel der Formeni ist in 
der Krypta enthalten, welche sich unter Chor und Querschiff erstreckt; 
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Schlosskirche zu Quedlinburg. Säulenkapitäl in der Krypta. (F. K.) 
hier sind Säulen von lebhaft antikisirender Erscheinung und eine Fülle 
andrer, an denen sich eine phantastische Schnitzkunst mit mannigfaltigen 
Formspielen ergeht. Der Oberbau, im Schiff mit je zwei Säulen zwischen 
zwei Pfeilern, hat derbere Formen, ist aber durch rohe Verbauung viel- 
fach entstellt. (Der Oberbau des Chors ist gothische Erneuung des 
14. Jahrhunderts.) 
Als einfache Pfeilerbasiliken sind die schlichten Reste des Domes 
zu Walb eck, die man einem Bau von 1011 zuschreibt, und die Ulrichs- 
kirche von Sangerhausen zu nennen, letztere vom Jahre 1083, mit 
Details, welche der eben bezeichneten Geschmacksrichtung folgen, mit 
Kreuzgewölben über den Seitenschiifen und jüngerer Ueberwölbung des 
Mittelsehiifes.  
Einige Basiliken aus der Schlussepoche des 11. Jahrhunderts haben, 
im Gegensatz gegen jene Richtung, das Gepräge maassvoller Strenge. 
Die künstlerische Sorge erscheint, wie der Behandlung des Details, so 
vorzugsweise einer inniger gebundenen Totalwirkung zugewandt und 
nimmt, um diese zu erreichen, jenes schöne Motiv auf, welches bereits 
in der Abteikirche von Echter-nach festgestellt war: das eines Wechsels
        

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