Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1690033
372 
des romanischen 
Die Kunst 
Styles. 
bei einer Kritik der Baugeschichte der Dome von Mainz und Speyer in 
Betracht kommen), in vorzüglich entscheidender Weise. In dem, was noch 
aufrecht steht, besonders dem Bau des Querschiffes, dessen Inneres sich 
durch hohe und schlichte Wandnisehen 
'   gliedert, spricht sich jene herbe, an 
t ßrrw" lil-"i-w  das Römerthum gemahnende Grösse 
 i vornehmlich aus. Am Obertheil seines 
.  i. ,  Aeusseren erscheinen Rundbogenfriese 
'  1'    und Lissenen in einfach entwickelter 
  .    Formation.  Aehnlich die grossarti- 
 l,   35g  i gen Trümmer der Klosterkirche von 
 5114i;  Hersfeld in Hessen, die nach einem 
31T "I:  Brande von 1037 gebaut und deren 
E .1: i Krypta 1040 geweiht wurde.  So gilt 
  7, ä  auch das Schiff der Burkhardskirche 
lyji 311i?   1,44, zu Würzburg, mit einem Wechsel 
 von Pfeilern und Säulen, als Bau der- 
Kirche zu Limburg a. II. Untere Hälfte selben EPoche  
der NordwaudxdesQuirganääiäpnenseite. Einiges rührt aus der Schlusszeit 
mm Geier l d  des 11. Jahrhunderts her, und bie-- 
tet charakteristische Belege für die reiche dekorative Entfaltung, welche 
sich in dieser Zeit einleitete, welche hier aber, neben dem Hervorbrechen 
einzelner phantastischer Elemente, zugleich eine abermals erneute Durch- 
bildung der Detailformen klassischen Gehaltes bekundet. Dahin gehören 
umfassende Ausführungen an den östlichen Theilen des Domes zu S peyer, 
die seit 1068 zur Sicherung gegen den Rheinandrang nöthig wurden; 
namentlich die Chorabsis, die mit schlanken Wandsäulen und Bögen aus- 
gestattet und mit einer kleinen Arkadengallerie  einem neuen, in der 
folgenden Epoche des Romanismus gern angewandten Schmucktheile  
bekrönt ist. Ebenso die Afrakapelle an der Nordseite des Doms, im 
Aeusseren mit WVandarkaden von fast antik römischem Gepräge, um den 
Schluss des Jahrhunderts gebaut.  Dahin gehört der Ostbau des Domes 
von Mainz (zwischen den alten Rundthürmen), mit ähnlich behandelter 
Ohorabsis und mit stattlichen Säulenportalen zu den Seiten der letzteren, 
von denen besonders das südliche denselben lebhaft antikisirenden Cha- 
rakter hat.  Dahin das Schiff der Justinuskirche zu Höchst, in der 
Anlage einer Säulenbasilika, deren Kapitale eine mehr conventionelle 
Nachbildung der römisch-korinthischen Form, verbunden mit einem byzan- 
tinisirenden Auflager, haben,  vielleicht auch die (gegenwärtig als Vieh- 
stall dienende) Kirche des Klosters Rothkirchen bei Kirchheimbolanden 
in der Pfalz, gleichfalls eine Säulenbasilika mit korinthisirenden Kapitälen. 
i 
 Zwei rheinländische Monumente dieser Epoche zeigen in ihrer Anlage- 
eine Nachahmung des karolingischen Miinsterbaues von Aachen. Das. 
eine ist die Kirche von Ottmarsheiml im oberen Elsass, um die Mitte 
1 Burckhardt, die Kirche zu Ottmarsheim, 
sehaft für vaterl. Alterthümer, 1844. 
in 
Gesell- 
der 
den Mittheilungen
        

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