Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689947
Erste 
Periode. 
863 
Zahlreicher sind die Miniaturmalereien der Handschriften, welche 
die Personen und die Geschichten des Evangeliums darzustellen pflegen. 
Das Erhaltene giebt ein lebendiges Bild der eifrigen Thätigkeit, die zu 
solchem Behufe vornehmlich in den deutschen Klosterschulen stattfand. 
Der Werth ist freilich verschieden, eine grössere Gemeinsamkeit des 
künstlerischen Strebens noch nicht erreicht. Manches verharrt in dumpf 
unlebendiger Nachbildung des Ueberkommenen, in ängstlich starrer Li- 
nienführung, in kindlicher Verwendung der Farben, Welche der Malkasten 
darbot; Andres zeigt in der Erfindung starker Einzelmotive ein rüstigeres 
Wollen, einen grösseren Rhythmus der Linien, einen durchgebildeteren 
Farbensinn. Die Uebergänge zwischen karolingischer Tradition und by- 
zantinischen Studien gehen zu wechselnder Weise der Behandlung Anlass. 
Aus dem Evangeliarium des Egbertus zu Trier. 
Die Bibliotheken von München, St. Gallen, Würzburg, Bamberg 
besitzen eine Reihenfolge von Beispielen für dies verschiedenartige Streben. 
In einigen Prachthandschriften aus der Spätzeit des zehnten Jahr- 
hunderts erscheint dasselbe jedoch schon zu merkwürdigen Erfolgen durch- 
gebildet. Die Maler der in ihnen befindlichen Bilder haben sich mehr 
oder weniger die Technik und die Vortragweise der Maler vonl Byzanz 
angeeignet, aber sie bringen zugleich, in gewissen charakteristischen Zü- 
gen, welche von dem herkömmlichen Wesen des Byzantinismus abweichen 
und neue Bahnen ankündigen, den Ausdruck ihrer eigenthümlichen künst- 
lerischen Stimmung hinzu. Ein Hauptwerk ist das Evangeliarium des 
Erzbischofes Egbert von Trier (978-93), in der dortigen städtischen 
Bibliothekf Die geschichtlichen Scenen sind auch hier allerdings nicht 
befriedigend, indem sich trotz zahheich eingestreuter antikisirender Re- 
miniscenzen eine noch zu geringe Befähigung für organische Durchbildung 
kundgiebt. Aber die Gestalten des thronenden Egbert und die der vier 
Schriften, S. 339, f.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.