Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689883
Ersute Periode. 
357 
Italien. 
In Italien zeigt sich ein Neubeginn baulicher Thätigkeit in den 
Küstendistricten des Golfs von Venedig, wo der aufblüliende Venetianische 
Staat reges Leben hervoirrief. Ein Hauptbau dieser Zeit scheint derDom 
von Parenzo an der istrischen Küste zu sein, der, nach der Verwüstimg 
eines älteren Baues aus dem sechsten Jahrhundert, 1 um 961 erneuert 
ward. Der Dom selbst befolgt allerdings lediglich nur das Muster alt- 
christlicher Basiliken, auch mit der Verwendung älterer Säulen, welche 
aus dem älteren Gebäude beibehalten sein mögen; doch sind im Einzelnen 
charakteristische Eigenthümlichkeiten anzumerken, namenthch die Anlage 
eines kleinen Arkadenhofes, durch welchen der Dom mit einem gegen- 
überliegenden achteckigen Baptisterium in ansprechender Weise verbunden 
wird, und die reiche musivische Dekoration im Innern der Absis (unter den 
Fenstern), die mit byzantinisirenden Mustern Einzelmotive" von mehr nordisch 
occideiitalischer Art verbindet. 2  Der Dom yon Tor 0811;), erinerdder 
 _ Nachbarinse n ene igs, 
äLä-iiil zu Anfang des elften 
   Jahrh derts 1008 er- 
 neut fuist ebeiifalls) eine 
rlväffä- rmhltiliääfiwii Basilika nach altchristli- 
52-.  h. il-"i. K l ilf ein  y "jüfßf in, .1"   
  11111    i; 1  cher Art. Dieser, wie der 
  äorigle, ist Zlggiälch da- 
 lage der halbrunden Prie- 
   ii-Vf   i? iTK-äl  d m erhöhten Bi- 
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'11      1   r 11   1„ 15 schofsstuhle erhalten ist. 
  ,1 15 i,  11 ,  i1   51 iji 1. 1  Auch eine Erneuung 
'1,1-1 {ä 1 f i i ji 1  1     w  der Kirche S. Marco 
  f  '1 jl t i;  i 41  zuVenedig fand indie- 
1 'i_ i, i.  lt 1 ii r.    ser Epoche, nach 976 
1m"ßi'-Yxifilvi W  J i! all, Start, vielleicht gleichfalls 
l- 171   f V    4-  Basilikenform. Das 
 C miiiFiiLR.  In    
Von der Casa di Piluto zu Rom. (Nniisch (Pdlgijncdiiwit) vorhaädene Geläaude dm" 
ses amens atirt aus 
späterer Zeit des folgenden Jahrhunderts.  Verschiedene Baptisterien, 
die sich anderweit in jener Gegend voründen, scheinen theils früheren, 
theils und vornehmlich späteren Epochen anzugehören.  
Rom besitzt in der sogenannten Casa di Pilato, dem festen Hause 
1 Als solcher ist der Dom S. 236 aufgeführt.  2 Dagegen weist_ neuerdings 
Hübsch a. n. O. S. 47 den Dom in seinen wesentlichen Theilen, mit Ausnahme 
der Obermauern des Schiffes, als Werk des 6. Jahrhunderts nachz Von_den drei 
Publicationen des merkwürdigen Baues, die fast gleichzeitig erschienen sind, alle 
aber in mehreren Punkten von einander abweichen, erscheint die ven Hubsch ge- 
gebene als die zuverlässigste. Die von L. Lohde veröffentlichte leidet mehrfach 
an erheblichen Irrthümem. W. L.
        

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