Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689829
Erste Peribde. 
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lebhaften geistigen Aufsehwunges erfreute. Die ldinätlerisehe Thätigkeit 
der übrigen Nationen ist von geringerem Belang und besteht, auch wo 
sie auf nähere Beachtung Anspruch hat, in mehr einseitigem Naßhklallgß 
der älteren Richtungen. 
Architektur. 
Bei der Architektur dieser Epoche kommt es zunächst in Betracht, 
dass die baulichen Werke, auch solche von namhafter Bedeutung, viel- 
fach aus Holz aufgeführt wurden. Im Norden, besonders in Deutsch- 
land, war lies häufig der Fall. Es hat sich Nichts von derartigen Bauten 
erhalten; doch ist mit allem Grunde vorauszusetzen, dass die Form und 
das technische Bedingniss in Wechselbeziehung standen, dass man es 
nicht unterlassen habe, geschnitzte Zierden, farbige Zuthat, metallische 
Ausstattung (wofür manche Andeutungen vorliegen), anzubringen, und 
dass die andauernde Uebung in solcher Bauweise auch anderweit auf die 
Kunst des Nordens einen nachwirkenden Einfluss ausgeübt habe.  Nicht 
selten jedoch wird von den Schriftstellern der Zeit auch des monumen- 
talen Steinbaues gedacht, und aus der Art ihres Vortrages erhellt, dass 
man, wo Umstände und Mittel es gestatteten, einem derartigen Betriebe 
mit Eifer nachging.  
Das Erhaltene giebt nicht Gelegenheit zur Anschauung eines um- 
fassenderen Ganzen; es sind fast durchweg nur Bruchstücke kirchlicher 
Gebäude oder solche, die in späterer Zeit wiederholten Aenderungen un- 
terlegen haben. Indess sind auch in diesen Stücken die Elemente der 
baulichen Richtung der Zeit, wie sie im Steinbau zur Geltung kam, ent- 
halten. Die Grundform ist die der altenBasilika, zuweilen, wo ein Bedürf- 
niss gesonderter Räume für eine weibliche Zuhörerschaft vorhanden war, 
(in den Kirchen von Frauenklöstern) mit Emporen über den Seitenschiffen 
nach ursprünglich orientalischer Art. An die Stelle der Säulen in den 
Schilfarkaden treten häufig einfache Pfeiler. Die beginnende Neigung 
zu mysteriösen Culten zeigt sich in der Anlage dunkler, gewölbter Un- 
terkirchen (Krypten). Inwenigen seltenen Fällen, zumal bei einer Art 
byzantinisirenden Systems, werden auch bei Theilen des Oberbaues ge- 
wölbte Decken angewandt. Die westliche Facade wird, bei den Kirchen 
des Nordens, durch ansehnliche thurmartige oder mit Thürmen versehene 
Vorbauten ausgezeichnet. In der Detailbehandlung erscheinen einzelne 
Formen primitiven Gefüges, eine neue Richtung des Formensinnes an- 
zeigend. 
Deutschland. 
In Deutschland sind, als vorzüglich charakteristische Reste, die äl- 
testen Theile der Münsterkirche zu Essenl am Niederrhein voranzustellen. 
Sie rühren von einem sehr ansehnlichen Bau her, voraussetzlich von einer 
 
Quast, in der Zeitschrift für christl. Archäologie u. Kunst. I,
        

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