Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689819
DIE 
KUNST 
DES 
ROMANISGHEN 
STYLES. 
Vorbemerkung. 
Die Kunst des romanischen Styles fällt in die Epoche des Kaiser- 
thums als weltbewegender Macht, vom Eintritt des sächsischen Herrscher- 
geschlechts bis zum Ausgange des hohenstaufiischen. Ruhevolle Majestät, 
festes Maass, gedankenhafte Entwickelung bilden, im Erstrebten wie im 
Erreichten, die Grundzüge dieses Styles, während die Phantasie zum 
Theil gebunden erscheint, zum Theil ihre Schätze verschwenderisch aus- 
breitet, und unter ihrem Geleit jene Fülle nationaler Unterschiede Gestalt 
gewinnt. Eine Reihe von Entwickelungsstüen, in Wechselwirkung mit 
den allgemein geschichtlichen Verhältnissen, führt den Styl von seinen 
ersten Anfängen, die im zehnten Jahrhundert aus der älteren Tradition 
hervorgehen, bis zu seiner glanzvollsten Entwickelung und zu den M0- 
menten der Entartung, welche sich ergeben mussten, als ein andres welt- 
geschichtliches Bedürfniss eine andre Kunstform nöthig gemacht hatte. 
Sein Ende ist je nach den verschiedenen Nationen verschieden; in Nord- 
frankreich, wo der abweichenden Richtung zuerst die Bahn bereitet ward, 
fängt er schon um die Mitte des zwölften Jaluhunderts zu erlöschen an; 
in andern Landen dauert er, zum Theil noch in sehr bedeutender Be- 
Währung, bis tief in das dreizehnte Jahrhundert hinab, in einzelnen Fäl- 
len selbst noch über dessen Grenzen hinaus. 
rste 
Periode. 
  Das zehnte Jahrhundert, soweit wir aus wenigen vereinzelten Nach- 
richten und aus einer nicht erheblichen Anzahl erhaltener Reste eine An- 
schauung gewinnen können, erscheintals die Vorstufe des romanischen 
Styles. Es sind noch die älteren Formen, mehr oder weniger roh nach- 
gebildet, zum Theil auf ihre ursprünglichen Elemente zurückgeführt, aber 
mit erneuter Frische des Sinnes aufgefasst, in neuen Oombinationen ver- 
wandt; es ist noch der überlieferte Gehalt, aber in manchen Fällen schon 
mit den Anzeichen einer eigenthümlichen Grösse des Sinnes wiedergege- 
ben. Das hervorstechend Bedeutende dieser Epoche gehört Deutschland 
an, das sich durch die grosscn Regenten des sächsischen Kaiserhauses, 
durch ihre Stiftungen, durch die Nacheiferung, welche diese fanden, eines
        

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