Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689691
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Die muhammedanische Kunst etc. 
üblichen Kunstformen ihrer Heimat in etwas umfassenderer Weise zur 
Geltung bringen konnten. 
Die damalige Residenz der Czaren, Moskau, ist der Ort, welcher- 
diesem für Russland erfundenen Baustyle sein Dasein gab und die be- 
deutendsten Werke desselben entstehen sah. Ausser den Palästen des 
Kreml sind hier als frühere Hauptbeispiele die Kirche der Himmelfahrt 
(1479) und die der Verkündigung (1507) hervorzuheben. Die Blüthe des 
Styles, freilich zur phantastisch barbarischen Pracht entwickelt, gehört 
der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts an. Sie zeigt sich vor Allem in 
der Kirche Wasili-Blagennoi (1554); die Kuppeln und Thürme, welche 
sich über dem uuansehulichen, obschon aus zwei Geschossen und einer 
Die Kirche Wasili Blagennoi zu Moskau. 
Menge Kapellen bestehenden Körper des Gebäudes mächtig emporgipfeln, 
sind, in ihren abenteuerlichen Verzierungen, in ihrer bunten Ausstattung 
sämmtlich voneinander verschieden, einem seltsam geformten Knäuel 
glitzernder Riesenpilze vergleichbar.  Andre Bauten des Styles, unter 
denen besonders der kolossale Glockenthurm Iwan Weliki (1601) von 
Bedeutung ist, folgten im siebzehnten Jahrhundert, bis zur Epoche Pe- 
ters d. Grra, welcher das russische Wesen der Cultur des Occidents mehr 
anzunähern bemüht war. 1  
1 Denkm. 
d. Kunst, 
Taf. 
35 A: Fig'
        

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