Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689653
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muhammedanische Kunst 
Die 
etc. 
Theil auch in der Art der Behandlung der Detailformen giebt sich eine 
lokal hinduische Einwirkung zu erkennen; der landschaftliche Sinn, die 
Anlage namentlich der Mausoleen in wundervollen Gärten und die Be- 
rechnung ihrer Wirkung auf eine solche Umgebung erscheint entschieden 
als ein lokal-eigenthümliehes Ergebniss. 
Als ein, dem zweiten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts angehö- 
riger Bau ist zunächst das Mausoleum des Schir Schah bei Sasseram 
zu nennen, ein mächtig ernstes, selbst noch schweres, auch mit einer 
Kuppel von einfacher Bogenlinie bedecktes Monument.  Die erste eigent- 
liche Glanzepoche ist die Regierung Schah Akbafs des Grossen (1556 bis 
1605). Durch ihn ist das Mausoleum seines Vaters Humayun bei Delhi 
und das eigne zu Sekundra unfern von Agra erbaut werden, das erste 
noch minder mächtig in den Dimensionen, das zweite von höchst bedeu- 
tender Anlage, doch fast mit einer zu grossen Fülle baulicher Einzelhei- 
ten und des feierlichen oberen Abschlusses durch eine Kuppel entbehrend. 
Die von Akbar zu Agra erbaute Dschumna-Moschee vereint dagegen 
Mausoleum 
des lhruhim Schal 
zu Bi 
jßPur. 
schon alle charakteristischen Eigenthümlichkeiten des Styles, die sich in der 
Mothy-llloschee (Perlen-M.) auf dem festen Schlosse von Agra, Akherabad, 
zur reizvollsten Anmuth entfalten. Das Schloss ist auch im Uebrigen 
durch eine Fülle phantastischer Prachthauten ausgezeichnet, deren sich 
wieder andre unter den Resten eines zweiten Schlosses, zu Fattehpur, 
finden.  Die höchste Glanzepoche der indisch-muhammedanischen Kunst 
bezeichnet die Regierung Schah Jehan's (1628-56). Er baute Neu-Delhi 
und schmückte sein dortiges Schloss, Jehanabad, mit den erdenklichst 
prachtvollen Werken, in denen eine Fülle von Edelsteinen verschwendet 
ward. Seine Thronhalle, welche den Namen des Dewankost führt, sein 
darin stehender „Pfauenthr0n", ein architektonisches Juwelierwerk, hatten 
das Mährchenhafte wirklich gemacht. Die Dschumna-Moschee zu Delhi 
ward noch glänzender durchgeführt als die von A gra. 1 Alles aber über- 
bot an Adel, Anmuth, WVürde und Grazie das Mausoleum von Jehan's 
Denkm. 
Kunst, 
Taf. 
40, Fig.
        

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