Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689630
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Kunst etc. 
Die muhammedanische 
fasst, in der Regel mit den Minarets auf den Seiten, welche leicht, doch 
in innigerer Verbindung mit dem Körper des Gebäudes, ausgeführt zu 
sein pflegen. Es ist eine feste Würde in einer derartig baulichen An- 
lage, der es, in den schwellenden und geschweiften Linien, doch nicht 
an dem Typus des Orientalischen fehlt. Völlig und in reizvollster Weise 
giesst sich dieser Typus dann in der schmückenden Zuthat über das Ge- 
bäude aus; alle Theile desselben, auch die Aussenkuppel nicht ausgenom- 
men, werden mit farbigen Fayencen bekleidet, welche den lieblichsten 
Wechsel blumigen Ornamentes und der hineingeschlungcnen Koranworte 
in klaren, sanft zueinander gestimmten Farben enthalten. Hier ist die 
architektonische Masse durchaus zum Träger dieser Ornamentik gewor- 
den; aber die ernste Ruhe ihrer Linien steht im wirksamen Gegensatze 
gegen den weichblühenden Schimmer, von dem sie solchergestalt überall 
umspielt ist. 
Der künstlerische Styl zeigt sich im Anfange der Periode, unter der 
turkomannischen Dynastie, welche im fünfzehnten Jahrhlmdert über Per- 
sien herrschte, schon völlig entwickelt. Der Zeit um die Mitte des Jahr- 
hunderts gehören die Reste einer Moschee zu Tabris (Tauris), ausser- 
halb der Stadt, vor dem Thore von Teheran belegen, an. Ihre bauliche 
Ansicht 
der grossen Moschee zu Ispahan. 
vom grossen Meidßn 
Disposition folgt einfach den eben angedeuteten Verhältnissen; die De- 
koration erscheint in einer Vollendung, welche von den späteren Pracht- 
monumenten nicht wieder erreicht wird. Es ist in der Zeichnung und in 
der Farbenstimmung ihrer Ornamente die feinste Grazie, und jedes ein- 
zelne Farbenstück dieser vielversehlungenen Oompositionen bildet, mit 
bewunderungswürdiger Technik, eine in den eigenthümlichen Umrissen 
zugeschnittenes und gebrannte Platte. 1 
Durch umfassendere Unternehmungen zeichnete sich sodann die seit 
dem Anfange des sechzehnten Jahrhunderts zur Herrschaft gelangte Dy- 
nastie der Sofiden, vornehmlich die Regierung Schah Abbas des Grossen 
(1587-1629), aus. Diesem gehören die Prachtanlagen von Ispahan an: 
der hallenumgebene Platz des grossen Meidan mit seinen glänzenden 
Vgl. 
die farbige Darstellung 
den Denkm. 
Kunst, 
Fiä 
40 A,
        

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