Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689592
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Die muhammedan 
Kunst etc. 
ische 
allerdings noch mit Elementen des eigenthümlich seldschukischeu Styles, 
die inneren Hofräume aber, namentlich die grossartige Halle im Grunde 
desselben, durchaus mit den edelsten farbigen Ornamenten persischen Ge- 
schmackes (Fayenceplatten, "gleichfalls in Blau, Weiss und Gold) be- 
kleidet.     
Hindostan 1 stand, schon seit dem Anfange des dreizehnten Jahr- 
hunderts und bis zum Schlusse des vierzehnten, unter afghanischen Dy- 
nastieen, deren Residenz Delhi war, eine Stadt, welche sich bereits in 
hinduischer Zeit des höchsten Glanzes erfreut hatte. Die Trümmerstadt 
von Alt-Delhi scheint noch zahlreiche Ueberbleibsel von den glänzenden 
Monumenten dieser Zeit, namentlich aus der Epoche des vierzehnten Jahr- 
Baudenkmß] zu 
Alt-Dell 
hunderts, zu besitzen. Sie haben, soviel wir bis jetzt davon wissen, eben- 
falls das Gepräge des massenhaft Energischen, während als Bogenforrn 
der gesehweifte Spitzbogen vorherrscht und mit den kräftigen Haupt- 
formen sich ein zierliches Ornament verbindet. Ein starker thurmartiger 
Rundbau, oberwärts mit einer freien Pfeilergallerie, von andern Anlagen 
umgeben, muthmaasslich ein Grabmonument, scheint sich unter jenen 
Resten vornehmlich auszuzeichnenß  Andre Denkmäler dieser Epoche 
scheinen unter den Ruinen von Kanoge und unter denen von Gour, 
am unteren Ganges, wo sich beiderseits Monumente von einer dem per- 
sischen Geschmacke der Zeit verwandten Erscheinung bemerklieh machen, 
erhalten.  
 
1 Denkm- d. KllnstanTaf- 40, Fig- 1-3.  2 Der riesige "Kutab Minar", 
welcher sich aus den Tnrmmernjon Alt-Delhi erhebt, ein schlanker konischer 
Thurmbau, gilt gegenwärtlg als e1n spätbuddhistisches Monument.
        

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