Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689501
muhammedanischen Kunst. 
der 
Pefiode 
Zweite 
319 
Motiv im weiteren Umfange verbreitet sein mochte.) Die geradlinige Form 
ist geeignet, der seldschukischen Architektur wie der armenischen etwas 
Festeres, Strengeres zu geben; dies tritt uns, soweit wir ihre Monumente 
bis jetzt kennen, hie und da auch in dem Uebrigen der Gesammtfassung, 
in der breiten Energie der Ornarnentik entgegen. Zugleich aber ist eine 
Neigung zum Willkiirlichen in ihr, ein gewisser barbarisirender Zug, der 
im Einzelnen zu schwerfällig barocker Behandlung führt. 
Die Stadt Iconium (Konieh) hat verschiedene Monumente, welche 
besonders der Epoche des genannten Alaeddin zugeschrieben werden; die 
Ruinen des Schlosses, dessen Aussenrnauern mit kleinen Arkadengallerien 
wie die Palastgebäude deutscher Fürstensitze der Zeit, versehen sind, und 
dessen Innenräume, soviel davon bis auf die neuere Zeit vorhanden War, 
die glänzendste Ornamentik entfalteten; und mehrere Moscheen und Me- 
dressehls (Gebäude gelehrter Schulen mit eigenthümlioher Hofeinrichtung), 
deren Portale mit mächtigen Ornamentformen aus hellem und dunklem 
Schloss 
ldschuken zu Jconiux 
der S0] 
Marmor geschmückt sind und zu dercn Seiten sich leicht aufsteigende 
Minarets mit zierlich dekorativer Zuthat erheben. 1 Die Stadt Nigdeh 
ist durch die Mausoleen der seldschukischen Herrscher ausgezeichnet, Mo- 
numente von polygonischer Form und mit jener pyramidalen Bekrönung; 
unter ihnen das Grabmal der Fatma-Kadun (angeblich, doch gewiss irr- 
thümlich, aus dem siebzehnten Jahrhundert). mit reich schmückender, 
aber zum Thei] lastender Ausstattung.  Oaesarea (Kaisarieh) hat 
ein einfacheres Grabmonument der Art, das des Huen, in dem Vorhofe 
der dortigen grossen Moschee (deren Bau der folgenden Epoche angehört), 
 Erzerum verbindet mit einem ansehnlichen Grabmonumente von 
ähnlicher Disposition das Gebäude eines Imaret (eines Hospizes), einer 
Hofanlage mit zweigeschossigen spitzbogigen Arkaden zu den Seiten, 
einem reichgeschmückten Portal im Style der iconischen Bauten und 
leichten Minarets neben diesem. Das Gebäude führt den Namen Tschif- 
teh-Minareh (die zwei Minarets).  
 
1 Der 
unten. 
in 
abweichendem 
Style 
behandelte 
"blaue 
Medresseh" 
ist 
später-
        

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