Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686436
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Vorstufen künstlerischer 
Gestaltung. 
tigen Mauern umgeben. Die an den Wänden einiger Säle enthaltenen 
Dekorationen erscheinen besonders bemerkenswerth, indem sie aus den 
einfachsten, reliefartig gebildeten Linearmustern bestehen,  aus regel- 
mässig vertheilten kleinen viereckigen Vertiefungen, aus grösseren vier- 
eckigen Bändern oder aus solchen, die in gebrochenen Linien auf- und 
niedersteigen. Die einfache Strenge des sehmückenden Elementes, die 
einen wohlgefällig klaren Eindruck hervorbringt, scheint auch hier für 
das Gesammtwesen der peruanischen Kunst bezeichnend zu sein. 
Was ausser den schon angeführten Sculpturen sonst an Bildwerken 
erhalten ist, besteht aus roheren Idolen, theils aus edlen Metallen, theils 
aus Stein oder Thon gebildet. Zumeist zeigt sich hier eine noch sehr 
ungefüge Phantasie, welche mu- die hervorstechendsten Theile der mensch- 
lichen Gestalt und diese noch erst in sehr embryonischen Missformen 
nachzubilden vermögend ist. Die Nachbildung einfacher Thierformen 
(von Vögeln und Fischen) an Gefässen und Geräthen erscheint minder 
entsctzensvoll. Die eigentliche Gefässforrn ist nicht selten wiederum sehr 
glücklich behandelt. 
Mexieo 
und 
(Zentral-Amerika. 
Allgemeines. 
Der Strenge der peruanischen Denkmäler steht der Reichthum und 
die üppige Pracht derer gegenüber, welche der Blüthe der alten mittel- 
amerikanischen Cultur,  der von Mexico mit Einschluss der angrenzen- 
den central-amerikanischen Länder, angehören. 1 Jene zweite Stufe der 
kunsthistorischen Entwickelung zeigt sich hier in vorzüglich entschiedener 
Weise ausgeprägt. Doch ist mit dieser an sich einfachen Entschiedenheit 
zugleich ein mannigfach buntes Formenspiel verbunden, welches sich, bei 
noch mangelnden Mitteln zur organisch-gesetzlichen Gliederung, bis zur 
chaotischen Ueberfülle, selbst bis zu einer Willkür steigert, die von den 
wirren Träumen eines tollen Rausches wenig verschieden ist. 
Das architektonische Element der mexikanischen Kunst beruht Zll- 
1 J. D. von Braunschweig, über die altamerikanischen Denkmäler.  Al. de 
Humboldt, Vues des Cordilleres etc.  Lord Kingsborough, Antiquities of Me- 
xico (vornehmlich Bd. IV, in welchem u. a. die Monuments of New-Spain, by 
M. Dupaix. Diese auch in selbständigen Ausgaben).  C. Nebel, Voyagc pit- 
toresque et archeologique dans 1a purtie 1a plus interessante du Mexique.  
J. de Waldeek, Voyage pitt. et archeol. dans la province d'Yucatan.  J. L. 
Stephens, Incidents of travel in Central-America, Ghiapas and Yucatan. 1842.  
J. L. Stephens, ineidents of irravel in Yucatan. 1843. (Dies vorzügliehst wichtige 
Werk deutsch von Meissner, Begebenheiten auf einer Reise in Yueatan etc.)  
F. Oatherwood, Views of anoient monuments in Oeilhal-Ameriea, ChiapaS 811d 
Yucatan. (Sehr schöne und gediegene Ansichten).  B. M. Normen, Rambles in 
Yucatan.  J. Gailhabauäs Denkmäler der Baukunst. (Mexikanische Denkmäler. 
Das Blatt dieses Werkes, welches die Unterschrift führt; "Monumßnf religieux ä 
Uxmal", stellt nicht ein Denkmal von Uxmal, SOIIdern das sog. Gebäude der 
Monjas zu Chiehen vor.)
        

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