Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689250
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Die Kunst der 
Hindus 
Ausläufer. 
und ihre 
der "grosse Ohaitya" bei Kathmandu, der Hauptstadt des Landes, der 
bedeutendste zu sein. 
'Die Bildwerke, welche sich an den Monumenten von Nepal vorfinden, 
gehören dem engen Kreise der ausschliesslich buddhistischen Gestalten 
an. Sie erscheinen theils sitzend und in Betrachtung versunken, theils 
stehend in verschiedenartig ruhiger Geberde, alle mit dem Ausdrucke der 
nach innen gewandten Anschauung. Der Styl zeigt eine manieristische 
Ausartung des indischen, ebenfalls im Uebergange zu der chinesischen 
Behandlungsweise.  
Eine andre Umprägung der altbuddhistischen Monumentalform, zur 
grossartig phantastischen Wirkung gesteigert, giebt sich in den Cultus- 
monumenten des ehemaligen Reiches von Pegu, dem Stromlande des lra- 
Waddi in Hinter-Indien, zu erkennen. Einheimischer Tradition zufolge 
empiing das Land die buddhistische Religion von Ceylon aus; die cin- 
galesischen Monumente gaben, wie es scheint, das Vorbild für die pegua- 
nischen. Diese gestalten sich wiederum zur compacten, dagop-ähnlichen 
Masse, zumeist in riesigen Verhältnissen. Aber die ruhige Kuppelform 
des alten Dagop ist 'einer eigen vielgliedrigen Oomposition gewichen. 
Ueber einer breiten Unterlage erhebt sich das Denkmal in der Regel als 
achteckige, vielfach abgestufte Pyramide, über der es wie eine Glocke 
mit geschweiften Oonturen aufsteigt, gekrönt mit einer schlank in die Lüfte 
emporschiessenden Spitze. Die Nebenbauten, Pfeilereinschlüsse, Tempel- 
cellen, kleine Monumente, pflegen in einem kleinlich barocken Style, 
abermals Uebergänge ins Chinesische bezeichnend, ausgeführt zu sein. 
An glänzender Ausstattung, an Goldschmuck, namentlich vemleten 
Dächern, fehlt es dabei nicht. Das einfachste und scheinbar a üm- 
lichste der bekannten Heiligthümer der Art ist der Tempel von Kom- 
modu, 300 Fuss hoch, ohne Spitze. Hochgefeiert, reicher geschmückt 
und durch ähnliche, zum Theil noch mächtigere Dimensionen ausgezeich- 
net sind die Pagoden von Rangun, die des Schoe-Dagon unfern von 
diesem Orte, des Schoä-Madu zu Pegu u. a. m.  
Die bildende Kunst von Pegu und den einst dazu gehörigen Landen, 
geistig unbelebt, ist wegen einer ausgebildeten Technik im Erzguss, na- 
mentlich in der Fertigung von kolossalen Werken der Art, bemer- 
kenswerth.  
Auch China 1 empfing, mit der Religion des Buddha, den die Chinesen 
mit dem Namen des F0 bezeichnen, die Elemente seiner Kunst aus Osc- 
indien. Der Buddhismus hatte sich dort schon seit der Mitte des ersten 
1 An authentic account of an embassy from de King of Great Britain to the 
emperor of China. (Lord Blacartneyä Gesandtschaftsreise, mehrfach in's Deutsche 
übersetzt.) Alexander, custom of China. Ohambres, desseins des ädiüces etc. 
des Ohinois.
        

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