Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689212
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Die Kunst der 
Ausläufer. 
Hindus und ihre 
behandelt werden, giebt wiederum Beispiele einer erstarrten Kunst. Vieles 
aber auch, besonders wo Momente des Lebens vergegenwärtigt sind, ist 
von eigner Anmuth. Man sieht auf solchen Blättern Scenen des gesel- 
ligen Verkehres, Festlichkeiten, heilige Büsser, die in der einsamen Natur 
hausen oder von Weltmenschen Besuch empfangen; Mädchen, die sich 
schmücken oder im Garten wandeln oder, von Jägern 
afg-  belauscht, baden; Liebesscenen  dergl. m. _Es ist 
 der Hauch einer dichterischen Stimmung, der m Clle- 
 sen kleinen Darstellungen zur Erscheinung kommt, 
  zumeist anziehend da, wo sie sich im Kreise des 
g"  Mädchenlebens bewegen, wo Mädchen mit Blumen 
f  sprechen, mit Gazelleu kosen, u. s. w. Daher haben 
  solche Darstellungen auch, trotz der conventionellen 
  Behandlung, oft noch eine eigenthümlich zarte Nai- 
 vetät in den Bewegungen der Gestalten. Aber auch 
 der phantastische Sinn des Inders spricht sich aufs 
 Neue in ihnen aus, z. B. in den Bildern, welche die 
  beliebten Kunststücke der Gaukler, ihre Verschrän- 
 kungen und Veriiechtungen zu den wundersamsten 
 Thier estalten vorführen. Zum Theil sind diese Ma- 
 lereieä in bunten Farben, doch mehr oder weniger 
  grell ausgeführt; zum Theil bestehen sie  und dies 
 sind die eigentlich anziehenden  aus Umrisszeich- 
nulngemgvvlelche nur lgie und 131a mit lgarblg ein gvelalnitg- 
angetuscht und mit eiser c attenanga e Verse en sin  iese c a  
tenangabe ist aber stets mehr conventionell, mehr nur zur Unterscheidung 
der Formen angewandt, als dass sie nach den wirklichen Gesetzen der Be- 
leuchtung erfolgt wäre. 
Uebertragungen 
der 
indischen 
Kunst. 
Die Elemente der indischen Kunst Wurden weit in die östlichen Lande 
und Inseln von Asien hinübergetragen und gaben die Veranlassung zu 
mannigfach neuen monumentalen Gestaltungen. Der ursprüngliche Grund- 
gehalt, der künstlerische Ausgangspunkt scheint in diesen überall nach-- 
weisbar; phantastische und barocke Umbildungen, auch Verkümmerungen 
führten indess zu mancherlei abweichender Ausprägung. Besonders ist es 
der Buddhismus, dessen Verbreitung über die östliche Welt, zumal seit 
seiner Austreibung aus Indien, diese künstlerischen Unternehmungen her- 
vorrief. Sie gehören hienach einer verhältnissmässig jüngeren Zeit an, 
was auch durch die an ihnen hervor-tretende Weise der Behandlung er- 
sichtlich wird.
        

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