Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689196
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Die 
Kunst der Hindus 
und ihre Ausläufer. 
reichem Inhalte, die aber zumeist schon eine Entartung der künstlerischen 
Richtung erkennen lassen. Theils befolgen sie noch jenes Gesetz einer 
feineren Formenbehandlung, das indess kaum in einzelnen Figuren noch 
eigentlich Erfreuliches hervorgebracht hat; theils und vorzugsweise er- 
scheint die Bildung der Gestalten derb, schwer, ungeschickt. Dabei aber 
ist in den-letzteren zuweilen eine eigenthümliche, auch in der Verschie- 
bung der Körpertheile nicht unglückliche Energie der Bewegung wahr- 
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Kampf mit 
lem Büßeldämon. 
Sculptur 
zu Mahavellipore. 
zunehmen. Eine dieser Sculpturen, welche Durga, Sivzüs Gattin, auf 
einem Löwen reitend und im Kampfe mit einem Büifeldämon darstellt, 
hat durch die dramatische Bewegung der Handlung und manches Neben- 
sächliche ein eigenthümliches Interesse, während allerdings (wie überall 
bei grösseren Scenen der Art) eine geschlossene Composition nicht er- 
reicht ist. 
Schlussperiode 
der 
indischen 
Kunst. 
Es folgt die Schlussperiode der indischen Kunst, etwa seit den Zeiten 
des dreizehnten Jahrhunderts. Neue Richtungen bahnen sich nicht weiter 
an; das Geheimnissvolle und grossartig Kühne des Felsenbaues hat keine 
Nachfolge mehr. In den nördlichen Landen wird die umfassendere Thä- 
tigkeit im monumentalen Schaffen durch die Herrschaft des Islam, wenn 
auch nicht unterdrückt, so doch wesentlich beschränkt. 1m Süden be- 
währt sie sich noch in sehr umfassenden Unternehmungen, welche das 
gewonnene Material von Formen und Darstellungsweisen zum Theil in 
reicher und freilich auch, bei einseitig vorherrschender und durch ein 
kräftig volkstllümliüllßs Bewusstsein nicht mehr getragener Phantasie, in 
zumeist ebenso Wüster und barocker Weise verwenden. Dennoch ist das 
Erbe poetischer Stimmung bedeutend genug, um, auf geraume Zeit hin, 
noch immer Einzelerscheinungen hervorzubringen, denen ein eigenthüm- 
licher Reiz nicht abzusprechen ist. 
        

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